Angst

Noch immer ANGST?
.
Immer noch die Angst.
Richtig, wirklich Angst?
Ja, hast du sie denn immer noch?
Dann setz Dich hier zu mir,
an all die alten Feuer.
.
Wessen ist die alte Angst?
Was nur ist Dir nicht geheuer?
Sind´s die seltsam Unsichtbaren?
Alle deine Ängste?
.
Sie werden nicht durch Furchtgefeuer
schweben oder gehen.
Denn Sie können nicht!!
.
Melancholisch zitternd,
werfe Äste in die Glut.
Bedenk dabei all die Ängste.
Stelle Dich der Fürchte Wut.
.
Es sind nur deine eigenen,
so hoch und nieder hingebeteten,
bösen Angstgespenster.
.
Erwarte hier mit mir die Nacht,
bebe nicht, wenn es kurz kracht.
Ist nur ein Riss in deinem Fenster,
aus dem heraus du bitter lachst.
.
Hast du noch die Angst in dir?
So viel an Seele, tief mit mir.
Fühl die Nacht im Feuerschein,
Schweigen, Ruhe und allein.
.
Hab keine Angst, ich nehm sie dir.
Sei in Ruhe, glaube Dir!

RM








Why again

Manchmal ist die Angst ein bellender Hund
und spielt mit dir.
Jetzt oder nie, Zweifel.
Freund oder Feind.
Vertrauen oder träumen.
Ohne Anleitung.
Fasten seat belts, please. Und, du merkst es.
Das Echo klopft
schon lange aus der Ferne.
Wo?
Nord oder Süd?
Anständig
gehorsam der Drang.
Lust die sich ins Fleisch schneidet.
Weil wir uns beeilen.
Raus mit dem Hund.

CS






Angst steigert den Abwehrmechanismus, erhöht die Wachsamkeit, rüstet gegen die Gefahren aus…
Doch Angstphobie ist eine Krankheit.


FURCHT VOR ANGST

Die Angst plagt ihn,
der; der am lautesten schreit,
damit teilt er seine Angst
mit den anderen.
Er ist unruhig
und beunruhigt die anderen.
Wovor hat er Angst?
Angst, um sein Status,
seine Aura zu verlieren.
Er fürchtet sich,
um entlarvt zu werden,
da er selbst der Zeit
nicht gewachsen ist
und mit dem Finger
auf die anderen zeigt.
Er fürchtet sich davor
Angst zu haben.
Aus Angst
macht er sich groß,
benimmt sich wichtig
und tyrannisiert mich.
Aus einem Minderwertigkeitsgefühl
mindert er die Werte der anderen
Er bestrebt sich ständig
zu behaupten.
Er rüstet sich stets aus.
Angst zu haben ist gerecht
und menschlich.
Doch,
er hat Angst vor der Angst.

Be Zoban






Unter der Schale

Masken, bunte Masken tragen,
Es herrschen Krieg und Heidenangst.
Lass dich nicht ins Boxhorn jagen,
Von Liedern, die du dereinst sangst.

Der Oberflächendruck ist groß,
Risse schon die Krusten zeigen.
Stets stellt sich das Humane bloß,
Eher wir zur Wildnis neigen.

Was nützt der Zauber der Kultur,
Sind Volk und Führer bildungsfern?
Von Menschlichkeit bleibt keine Spur,
Bricht auf des Menschen wahrer Kern.

Ein Ich, so weit wie Galaxien,
Mit maturiertem Kleingehirn,
Fühlt sich in kühnen Phantasien
Wahrhaftig als Zentralgestirn.

Als gekrönte Schöpfung hält er
Sich für des Menschen letzten Schrei.
Durch des Egos Ängste fällt er
Jedoch als Unmensch auf dabei.

HH







Angst

Dumpfes ahnend. Das Gesicht
zu einem Lächeln verzerrend.
Unruhiger die Minuten suchen
wo sind des Kopfes Herren?

Wohin, wenn alles ist verschlossen?
Wenn nasse Kälte heiß am pochen.
Wenn der Körper bebt im Schweiße
Und Kälte kratzt in deinen Knochen.

Der Boden aufhört wahr zu sein und
aus ist jeder Kerzenschein
Gekrümmt wie zuletzt im Mutterleib
Klein

Wie ein Staubkorn aufgesaugt.
Stickig als ob die Luft versucht
dich von innen anzudicken
bis du fürchtest zu ersticken.

Der Tot erscheint dir greifbar nahe.
Du möchtest schreien und bleibst stumm
Japsend nur bist unter Tage
Der Raum ist still und dreht sich um.

Maria Hoffmann







„Ängste, in denen wir uns versteckt hielten, als wären es Höhlen“
Michael Ondaatje -Der englische Patient-

hinter sieben türschlössern

dicht an hauswänden entlang
stützt die hand nicht
die angst folgt der kältespur
durch enge gassen
weite des horizontes
gilt ihr nichts mehr
gelähmt und fest eingeschnürt
flattert ihr blick
das blütenkleid der wunder
verdorrt und grau
blinde fenster
hinter sieben türschlössern
bis ja bis leis
ein vogellaut zu ihr dringt
fenster öffnet
und fliederduft sich verströmt

ba







„C…..“

Unbekannte Gefahren
lauern ein Leben
lang
das Hohe „C“
das über uns
hereinbrach
veränderte so vieles
die Angst
veränderte alles
Synapsen im Sturm
fegten die Straßen
leer Hamster
verkrochen sich
in ihren Höhlen
wenn sie gefüllt
waren
Angst ist kein guter
Ratgeber
wenn sie in Ohnmacht
umschlägt
der Alltag ist nun
vom Mummenschanz
geprägt
Bunter Maskenball
zu jeder Tageszeit
ganz ohne Karneval
Liebe deine Maske
wie dich selbst

Arno Gobetto







Unendlich scheint der Weg des Lebens
doch unbemerkt fast leicht
rückt näher er der letzte Abschied.
In jedem Atemzug
auf jedem Pfad
egal ob breit oder ganz eng
in jedem Schritt
ganz gleich ob zaghaft oder stark
in jedem Sommerregen
in dem Erinnerungen fallen wie Regentropfen auf dein Haar
bei jedem Apfel neuer Ernte
selbst wenn das Holz so lustig knistert im Kamin
Erwartungen an Frühling sprießen
wie erste Pflänzchen nach dem Schnee die Zeit
sie trägt uns wie der Wind das Blatt.
Am Strand schau´n wir der Sehnsucht nach
doch irgendetwas drängt uns
weiter – weiter!
Blick dich nicht um
hab´ keine Angst
denn hinter dir hat längst das Meer
mit seiner Melodie des Wellengangs
die Spuren deines Seins verwischt.

UH







Angst …

ein Südwind war es,
der Meeresluft zu uns brachte,
stets jung und ungezähmt
– welch Meere er durchstreifte,
dunkle Wolken er vertrieb –

und wir dachten, er wird niemals müde,
weiße Segel brächten Glück …

nur für einen Moment blieb er stehen,
unter ihm dehnte sich,
umsäumt von zu weiten Horizonten,
die ungeheure Weite aus …

seit langem weht er nicht mehr,
verloren irgendwo da draußen,
unterm Himmel blass … und still …

DD








der Dichter

Er sitzt
mal steht er
läuft umher.
Er denkt und denkt
und denkt viel mehr.
Der heiße Gram das Leib durchbohrend
So viele reden, reden, redend.
Widersprechend, sie nicht störend.
Ein jeder, der ist informiert.
Der andere wird attackiert.
Hüben wie nüben und zurück.
Es bricht die Wahrheit Stück um Stück.
Nur brennend‘ Tränen und gebückt.
So klein, er sucht sie
dreht bald durch.
Die Aussaat 20 ist die Furcht.
Der Dichter steht auf grüner Flur.
Fürwahr, das Licht, es leuchtet ehrlich.
Es durchdringt ihn durch und durch.
Der Duft des Frühjahrs nicht gefährlich.
Das Denken lässt er lieber sein.
Schickt ein Lächeln in die Weite.
Singt Goethe in den Sonnenschein:
„Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein“.

Maria Hoffmann

 

 

 

 

 

Nachtgedanken (Auszug)
Denk ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
Und meine heißen Tränen fließen.

Heinrich Heine (1797 – 1856)

 

Dichter…

Heine ,
der große Dichter
schrieb die Nachtgedanken
im Pariser Exil, zur
Revolutionären Vormärzzeit
eine Zeit großer
Umwälzungen im Leben
der Menschen
sollten wir die Texte heute
nicht wieder mal
verinnerlichen ?
Es steht keine
Revolution ins Haus
der Nationalstaat unter
dem Europäischen Dach
funktioniert, gerade jetzt
in einer existenziellen Krise
die ein unsichtbares Virus
in die Welt gestreut hat
Dichter sind in den
unterschiedlichsten
sprachlichen Regionen
unterwegs
Kritische Texte gab es
von Ihnen zu allen Zeiten
als Mahner, als Warner
gerade in Zeiten
in denen die
Freiheitsrechte bedroht
waren
Sind sie heute bedroht ?
Sie sind im Leben
des einzelnen, spürbar
eingeschränkt
sie treffen alle gleich
weil der Schutz des
einzelnen Bürgers
durch ein Virus
bedroht ist
wir haben die Pflicht
und auch das Recht
jederzeit zu hinterfragen
ob diese Einschränkungen
gerechtfertigt bleiben
Dichter sind nicht nur
für die zeitlos schöne
Poesie da
die den Menschen
Freude und Kurzweil
beschert
wir sind auch
kritische Denker
Bürger allenthalben
mit vielen unterschiedlichen
Blickwinkeln
die Alten..Dichter
bleiben aktuell
ihre Patina
glänzt auch heute.

Arno Gobetto

 

 

 

Der Brief

Hier vor mir der Brief,
den ich nicht senden kann.
Wer weiß, vielleicht
tue ich es doch,
irgendwie und irgendwann.
Der Füller ist mir schwer geworden,
Stahlbeton in grauem Morgen.
Hab ich denn das richtige
in die Zeilen eingeschrieben?
Von dem bisschen kleinem Schmerz,
der mir hier geblieben?
Die Nächte, die zum Morgen werden,
das Dunkel, dass mir Tage sind.
Heute sind vergangene Worte,
gesprochen wird so vieles.
Letzter alter kalter Wind.
Grausig schwer ist nun die Schrift,
wenn Liebe Einsamkeit umschifft.
Nirgends da ist noch Erkennen,
in Wörtern sich aufs Neu verrennen.
Hier vor mir der Brief,
den ich nicht senden kann.
Und nun wird mir so vieles klar.
Der Umschlag fehlt, der Adressat.
Hier vor mir der Brief,
den ich nicht senden kann und darf.

Ralf Maul

 

 

 

 

„Mein schönstes Gedicht?
Ich schrieb es nicht.
Aus tiefsten Tiefen stieg es.
Ich schwieg es.“
Mascha Kaléko

 

Im Nebeltritt

Einst Dichterfürsten
schon alles gereimt,
Blut und Freud
mit Odem verseh‘n.
Mir Brot und Rose
zum Leben.

Der Zeit ins Gesicht,
ring‘ ich ums Wort
Frag‘ es streng.
Lausch‘ im Nebeltritt
meiner Verse Klang.

Schreib‘ sie ein
ins Zeitengewirr,
dem Tag einen Glanz
zu verleih‘n.

ba

 

 

 

 

 

DER DICHTER

Charismatisch, scharfsinnig
mit markanten Tönen,
brillanter Logik, Ironie und Vernunft
kritisierte er die Menschen,
begeisterte und imponierte er
die Massen.
Der Vagabund schlich sich
an ihn heran und fragte verlegen,
wer er sei.
Der Redner entgegnete,
er sei ein Dichter, ein Wegweiser,
er entlarve die Bösen der Gesellschaft.
Der Vagabund sagte leiser:
„Ein Dichter sei ein Künstler.
Er sehe zuerst,
wo die Probleme liegen.
Er sehe zuerst,
die Schönheit der Natur,
des Universums und den Menschen.
Er empfange eine Botschaft
in seinem Herzen.
Er wiege es, realisiere es
nach seiner Sichtweise,
nehme ein Emblem, beschreibe es
und präsentiere es unparteiisch weiter.
Die Mitmenschen verfügen über das Recht,
es zu beurteilen.
„Doch die Menschen seien das Problem.“
Beharrte der Dichter.
Der Vagabund weiter:
„Die Probleme seien das Problem.
Der Dichter sei nicht vollkommen.
Er sei nicht befugt
die Grenze zwischen
Gut und Böse festzulegen,
er kritisiere die Mängel aus seiner Sicht,
er kritisiere ein System
der Gedanken und des Handelns,
er leite ungeahnt die Mitmenschen,
er prophezeie für die Zukunft.
Ob ästhetisch oder Katharsis
seien seine Kritiken
sowohl positiv als auch negativ,
jedoch konstruktiv.
Er erlaube sich nicht
den Finger auf eine Person zu richten,
die Menschen zu verurteilen.
Befehle zu erteilen.“
Der gutmütige Dichter
wurde nachdenklich
und bedankend
stieg er aus dem Podium…

Be Zoban

 

 

 

 

 

 

Vielleicht braucht diese Zeilen
Nur jener Dichter der sie schrieb
Die Welt
Sie braucht sie nicht
Kein Mensch kann durch ihr Dasein
Nur eine Stunde länger leben
Als ihm das Schicksal zugesteht
Kein Tier entgeht durch sie dem Leid
Das ihn gerad´ jetzt wird angetan
Nicht mal die Blume
Die zwischen Steinen zaghaft blüht
Erhält den Tropfen Wasser mehr
Den sie so dringend für ihr kleines Leben bräuchte
Doch dem
Der sie in dunkler Nacht auf das Papier geweint
Dem schenken sie ein kleines Stückchen Frieden
Und einen tiefen Atemzug

UH

 

 

 

Gedankenverloren

Gefangen im Zeitraum
Denkender Permanenz,
Schlummert in mir der Traum
Göttlicher Transzendenz.

Wörter aus den Denkkaskaden
Hüpfen fröhlich durcheinand‘,
Werden höflich eingeladen,
Will ordnen sie des Denkers Hand.

Im Körper eingeengt,
Verlustig aller Macht,
Weil Ohnmacht nun verdrängt,
Was wir uns ausgedacht.

Wörter aus der Angst geboren,
Mit Tränen schrieb der Trennungsschmerz.
Wo das Denken hat verloren,
Entströmt es aus dem Dichterherz.

Bin ich von mir befreit,
Liebe mich durchlichtet.
Zu allem nun bereit,
Das ich mir erdichtet.

Wort um Wort aus Licht geschmiedet,
Wie edler Stein in Gold gefasst.
Alle Angst wird erst befriedet,
Wenn die Idee von dir verblasst.

HH

 

 

 

 

Poet …

lichtgebrochen durch Seelenprismen,
zermalmte Poeme
weinen sich aus an meiner Schulter …

Lass dich sprechen, Poet!
wir könnten sagen, es ist Winter,
da der Sommer im kühlen Wind erstirbt
und um zu verbergen
die unsichtbaren Flecken,
mit unseren langen Haaren
könnten wir unsere Gesichter verdecken …

selbst die Ängste bleiben fern,
gierig nach Regen,
ungehemmt einfältig und ungewaschen …

Poet, lass dich sprechen!

DD

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lüge

 

 

 

Wo Wahrheit und Lüge enden

Festes zu gebären
Strömt Atman aus Brahman.
Liebevoll gewähren
Darf’s, ist’s noch so profan.

Profan war schon immer
Das Wesen der Allmacht.
Und Lügen wird schlimmer,
Wenn die Gier ihr erwacht.

Erwacht einst das Selbst dann
Und birst Brahmans Spiegel,
Weil als Gott ich es kann,
Zerbrech‘ ich die Siegel.

HH

 

 

 

 

Ich schenke den Lügnern gerne meinen Glauben
Ich vertraue denen, die mich missachten
Ich nehme mir Zeit
für alle
die mich in ihren Gedanken überspringen
Ich lächle mit meinen Feinden
Weil sie bemüht sind
Mich zu linken
und zu hassen
viel intensiver
als jene
die behaupten
mich zu lieben

Inlovewithmyself

CS

 

 

 

 

 

LÜGE

Nach langem Aufenthalt
in dem prachtlosen kalten Winter,
wo der Schnee seine eigene Farbe fraß,
erwartete ich eine herrliche Saison,
wo die Blumen mich lächelnd begrüßten,
wo die Wärme meine Haut verehrte.
Doch dann erschien der April
mit seinem janusköpfigen Gesicht.
Und mich durstig stehenlassend,
flog der Regen himmelsaufwärts.
Ist es die Lüge,
was der April in sich beherbergt?
Die unberechenbare Braut
des Himmels,
tyrannisiert ihre Bewohner.
Der Himmel liebt die Erde nicht,
die Erde ihrerseits ihre Kinder.
Der Himmel, die Erde, die Liebe
verkörpert eine Lüge.
Vernachlässigend seiner eigenen Worte,
glaubt der Gott
an sich selbst nicht mehr.
Eine Lüge sei
der Gott der Wirklichkeit
und des Wortes.
Was suche Ich
in diesem zerbrechlichen Bund?
Bin ich gleichwohl eine Lüge,
oder ist die Lüge eine Lüge?

Be Zoban

 

 

 

 

Das Lügengebäude

Du zimmerst in den Wind
Immer neue Ecken
Zum Lügengebäude
Die Fenster blind und leer
Trau’ ich deinen Worten
Will dich nicht erkennen

Du beteuerst Unschuld
Balken biegen sich durch
Angst vor Entdeckung sind
Dir nächtliche Monster
Dann bricht es zusammen

Schutt und Asche bleiben
Mit Zagen und Pein
Das Herz in deiner Hand
Suchst du mich unter Stein
Du fiindest mich nicht mehr
Nur noch mein rotes Tuch

Ba

 

 

 
Nuancen verschwimmen zu Feldern.
Schnatterndes Flimmern,
Sequenzenwechsel
Fast wie im Traum.

Kreischend verbindend
Wohin kannst du schauen?
Erkennst du die Lügen?
Kannst du deinen Gedanken trauen?

In der Schwäche liegt die Kraft.
Hör nicht hin
und lausch ganz sacht
hinein, in deinen stillen Ort.

Was schmerzt –
sag
Was schmerzt dich dort?

Maria Hoffmann

 

 

 
Zur Lüge

Bald schon werd ich gehen
und draussen vor der Tür,
sind all die Säcke vollgepackt
mit den Resten dieser Nacht.

Natürlich nah, so fremd,
hochbeladen mit dem Willen.
Seltsam einig und ganz innen,
mit allen Sinnen so sehr fremd.

Bald wirst du auch gehen,
so wie ich noch rückwärts sehen.
Ohne Wissen und Verstehen.
Liebe nur zu Lehen.

Oben wird zu Unten,
ohne Wissen und Verstehen.

Als sich die Liebesbalken bogen,
wie hatten wir belogen und betrogen.

Ohne Wissen und Verstehen.
Und draussen sind die Säcke.
Vollgepackt.
Schleppend durch die neue Nacht.

RM

 

 

 

 

LÜGE

Wir teilen sie
und schwören
bestreiten nichts
lassen sie wachsen
wiederholen
eingesperrt wieder und wieder
dasselbe
bis wir glauben
nicht fühlen
weil wir glauben wollen
dass wir glauben müssen
an irgendetwas
um nicht zu fallen
zu verzweifeln an dem
was wir sehen wenn wir ehrlich sind
zu uns.

UH

 

 

 

 

 

Lüge …

unabhängig von der Wahrheit
und unabhängig von der Realität
bleibt die Lüge nur der Ausdruck dessen,
was nicht dem eigenen Glauben entspricht
und das Glauben im Herzen
entscheidet über den nächsten Schritt …

das goldene Haar meiner Mimesis
erglänzt meinen Herbst,
in Sehnsucht mir vorzutanzen
das Neubilden der Namen,
ferm wie ein Fels, wie ein Ganzes,
wie etwas Vergessenes leicht …

und die Wirklichkeit,
außerhalb meines kartesischen Geistes,
weiß, dass es keine Lüge ist …

DD

 

 

 

 

 

Fantasie

Wo stünde der Mensch ohne Fantasie?
Wäre das Feuer schon gezähmt und das Rad erfunden?
Treibt uns nicht die Fantasie zu den Sternen und darüber hinaus?

 

 

FANTASIE

Emporsteigend auf den Flügeln
des Rosses der Gedanken,
thronend auf dem Dach
der Unerreichbaren,
schaute ich vorurteilsvoll
was die Geschöpfe anstellten.
Drumherum roch es nur noch
nach bösen Taten.
Mutig und voller Wucht,
ließ ich es nicht zu,
dass er sein Heim,
seinen Dschungel ruiniert,
seinen nächsten ausbeutet
und befreite ich zugleich
die Schweigsamen
aus dem Schlachthof.
Die ängstliche Stimme
meiner privaten Dienerin
rückte mich
in die Wirklichkeit zurück,
fragend ob sie
das Stück Vieh in meinem Munde,
welches verderbte,
entsorgen und mir ein Neues
opfern sollte…

Be Zoban

 

 

 

 

 

Sich findende Materie
Nicht ganz sicher ihres Seins.
Suchend in der Leere
die keine ist nur all und eins.

Während Sonnen kämpfen
tanzen um und wild herum.
Schlägt eine in die andere
Verschwindet nicht –

sie formt sich um.
Fliegt einem flüssigen Seidentuche gleich,
wie ein Vogel hin zum Teich.
Zur nächsten Sonne wohl hinein.

Dies sollte nur der Anfang sein.

Es wiederholt sich dieses Spiel
Ich seh nur zu und weiß nicht viel
Wohl einen Körper hab ich nicht.
Ebenso wie ein Gesicht

Mit was nur Kinder,
frag ich mich.
Mit was nur bitte
sehe ich?

Maria Hoffmann

 

 

 

 

 

Seltsam sanft

Deine Fingerkuppen
Haltend helle Augen
Aus bösem Traum heraus
in Deinem Arme aufgewacht

Alleine mich nun sehend
Das Sinnen um das Eine
es dreht sich laut in dem Vollbracht

Schön die Folge
Traumgefüge
Der Kater aller Aufwachzeiten
Er kratzt Dich tief mit sanften Krallen
Ein Traum in sich
Der leise lacht

RM

 

 

 

 

 

Infinitus imagination

Aus dem Herzen strömen Lieder,
Die ganz leis‘ von Liebe singen,
Hallen in den Zellen wider,
Bis durch Fantasien sie klingen.

So tritt hervor durch mich die Welt,
Bis will Stille in mir werden.
Wenn dann auch noch der Vorhang fällt,
Weilt das Göttliche auf Erden.

HH

 

 

 

 
„Ohne Fantasie keine Kunst“
(Franz Liszt)

Fantasie,
du Fabelwesen,
Wegspuren durch Blütenschnee
und Fieberträume:
Du schüttelst deinen Mantel
über Wortzeichen,
auf Notenpapier, Leinwand
wild durcheinander.
Setzt Segel auf Luftschiffe
ohne Seekarte,
wirfst uns Rettungsanker zu
mit bunten Bändern.
Willst uns bergen und laben,
fordern und trösten,
im Widerschein der Meister.

ba

 

 

 

 

 

Ich will mich nicht an ihr sattessen und auch nicht ganz fern sein und auch nicht, überhaupt nicht frei sein von ihrer Darbietung, ihrer Lust und Inspiration – und eng an ihrem Entfremden liebe ich sie, und/oder sie macht Angst. Die Fantasie und ihre Geister
Fäden ziehen Kreise.
Bunt im Bund. Und.
Wer lernen will, braucht das Wissen aller Alten und ‚Ein‘… und deren ‚Und‘.
Ohne jene müssten wir einen Türrahmen neu erfinden und Brücken, die wir überqueren erst bauen, und erst lernen zu vertrauen durch… und drüber.
Gehen.
„Und als das Meer noch rauschen übte waren wir schon Liebe.“
Es wird nicht unsere Fantasie sein, die uns umbringt, es wird der Mangel an ihr sein.
Das war schon gestern klar, als das Zweifeln dem Dunst den Nebel abnahm.

CS

 

 

 

 

 

Wenn zwischen Traum und Wirklichkeit
das Licht erlöscht
bleibt nur die Fantasie
die es nicht scheut
auch dunkle Wege zu beschreiten
Ist sie der Schein
geboren aus dem Geist der Ewigkeit
dann wäre sie unsterblich
und in der schweren Zeit wenn dich der Tod berührt
vielleicht dein einzig wahrer Freund

UH

 

 

 

 

 

Spaziergang …

auch ich fürchtete schon immer,
die Anstrengung von bergigen Straßen,
so ging ich bergab durch meine Täler …

als ich Kafka’s Traum träumte,
waren die Täler grün,
zu den Sternen blickte ich stumm
und da auch ich Fichtenwälder liebte,
ging ich auch durch solche,
nur die dunklen Wolken sah ich nicht,
unbesorgt ging ich weiter …

vielleicht gibt es diese Rätsel,
die darauf warten, gelöst zu werden,
die Lösungen, die uns verraten,
was am Herbst so duftig ist …

diesen Traum, vielleicht gibt es ihn,
der die Regel verwirrt …

diesen Ast und diese Wurzel,
verstehend das Verwehen
der rostweinenden Rinde,
viel rostweinender als sie schon ist …

DD

 

 

 

 

 

 

Nacht

„Die Nächte lehren viel, was die Tage niemals wissen.“
aus Persien

 

 

NACHTFLÜSTERER

Wenn die Zeit sich allmählich
von dem Wein des Tages
berauschen lässt,
die Nacht auf der Jagt
die Geister schickt
und mich zum Leben beruft,
pflücke ich das letzte Tröpfchen
der dunklen Göttlichkeit,
um in der Erinnerung des Traumes
zu ertrinken,
welcher den Abdruck deiner Umrisse
in sich trägt.
So bewahre ich stetig
ein Stück Nacht in mir,
da sie deinen Duft
in ihrer ewigen Stille pflegt
und zum Ärger des Tages,
der großzügig meinen Weg erhellt,
flüstere ich
das geheimnisvolle Lied der Sehnsucht
in den Ohren
der längst schlafenden Nacht…

Be Zoban

 

 

 

 

 

La Nuit

So dunkel
ist der Wald.
Schreitend
durch die Schwärze.
Unter leisem Schritte
ein Zweiglein
krachend bricht.
Schwarze Pfeile,
fliegen sirrend
durch fahles
Mondenlicht.
Bohren sich
in Stämme ein.
Zittern bebend
lange noch.
Wartend auf
das Hell des Morgens.
Im Wind der Nacht
rauscht leises Lied.
Neu erwachen
soll der Tag,
aus des Traumes
tiefem Loch.

RM

 

 

 

 

Nacht

Du warst immer bei mir.
Hast mich stets getragen.
Verweiltest an meiner Seite.
Auch an hellen Sonnentagen.

Dein Kleid zierte mein Sein.
Ließest Pein in mich hinein.
Um dann zu deiner Zeit
im Rausche bunt zu taumeln.

In Leichtigkeit zu Staunen
und voll der Angst
vor Sonnenlicht
bat ich: Nacht, verlass mich nicht.

So waren Tage mir nur Lügen.
Mein Lachen da um euch zu trügen.
Fühlte Licht nur in den Schmerzen.
Klingen leuchteten wie Kerzen.

Bis ich begriffen habe.
Ich entscheide.
Ob ich dich nur blind verehr
und leide

oder ob ich seh das Licht,
welches stets auch in den Nächten
voll der Liebe zu mir
spricht.

Maria Hoffmann

 

 

 

 

Es wird dunkel. Am Tisch
sitzen weckt die Kommunikation.
Die Nacht fürchten ist kein Muss, nur manchmal ein Übel des Grübeln.
Es wird dunkel, das weckt.
Sinnlichkeit im Sinn.
Und des Manchen Sein.
Anders mein, Meins, welches Sonne ersehnt, seht, der Sand ist fern und das Licht blass.
Der Mond schenkt sich für ein paar Stunden und ich werde nicht wach, nach dunklen Stunden ohne Schlaf. Ich träume, träume meinen Tagtraum über den Nachmittag hinaus, und später nach dem Abendbrot.
Es wird dunkel.

CS

 

 

 

 

 

Über Nacht

Nächtens, die Gedanken schweben
Wie Spinnenfäden leicht daher.
Eulen fleißig sie verweben
Zu Phantasien und auch mehr.

Weil Denken ohne Widerhall
Sich kraftvoll ausdehnt ewig weit,
Sehnsucht funkt ein Lichtsignal,
Bis die Sonne nach Taten schreit.

Nur schemenhaft hat in der Nacht
Ein schwingungshoher Schöpfer – Geist
Sich eine neue Welt erdacht,
Die morgens ihn willkommen heißt.

Eingeprägtes ich entstaube
Von uralten Spinngeweben.
Freiwillig ich mir erlaube
Neu die Welt auch zu erleben.

HH

 

 

 

 

Fragmente (17)

Die Nacht
verliebt sich in dein
Saitenspiel
berührt von
Harfenklang
verführt in
mildem
Kerzenschein
verbinden
Resonanzen
melodiös
das Körperspiel
in Kreisenden
Bewegungen
Metamorphosen
durchleben wir
berührt von
Harfenklang
verführt ….

Arno Gobbetto

 

 

 

 

 

 

Nachts,
im Sternenglanz
sammle ich ein,
lege ich aus:

Erdgewitter,
Himmelstücher,
Seelenklänge,
Wortgeflatter.

Lausche dem Hall,
dem Donnergroll,
flüchtigem Laut,
bis es sanft stillt.

Nur ein Lachen
bleibt und perlt,
springt in meinen
Traum.

ba

 

 

 

 

 

So wie der Himmel und das Meer
Die Farben und das Licht
Der Mensch und diese Erde
Nur miteinander leben können
Weil einer nicht ohne den and´ren will
So sind auch Nacht und Tag
Nur stark und sanft weil sie das Ganze bilden
Der Zauber ihrer Liebe ein kurzer Reigen bloß
Doch jede Dämmerung lässt es uns spüren

UH

 

 

 

 

 

Nacht …

wie eine Absicht
eines sorglosen Schattens
fällt über uns die Nacht ein,
abgelegt die goldenen Kronen,
angezogen die Socken aus Blei …

es sind unsere Strukturen,
die durch unsere Fugen zerrinnen,
es sind unsere Worte,
die nichts mehr sagen können,
ihre Spuren, die es tun …

nur eine Wahrheit
bleibt für die Wahrsager übrig
jenseits dieser Nacht,
eine Nacht
als wäre sie die letzte …

DD

 

 

 

 

 

 

Winter / Januar

 

Geburt

Langsam spür ich deine Kräfte,
doch noch im Nebel liegst du mir.
Wie Avalon wirkst – diese Mächte.
Doch bald schon

lüftet sich der Schleier hier.

Das Alte liegt noch auf den Gliedern.
Hab so manches nun durchfühlt.
Ja, sang so zahlreich alte Lieder
und hab mein Bett mir aufgewühlt.

Doch nun ruft Neues immer lauter.
Die Magie der Rauen Nächte.
Ja, Januar mein Wegbereiter.
du mit deinen großen Mächten.

Du und ich – wir kenn‘ einander.
Uns hat so mancher Streit geteilt.
Doch fanden letztlich zueinander,
weil in uns wahre Liebe weilt.

Maria Hoffmann

 

 

 

 

 

In den Rauhnächten 2019

1
Der Eismond
präsentiert sich so linnenrein,
schenkt Illusion.
Alles kann sein, wieder werden.

2
Doch ich trage
die Schrunden, vernarbte vom Dorn.
In Liebeslust
blau ich nächtlich im Blütenfrost.

3
Suche Wärme
im dicken Tuch, barfuß auf Stein,
wie die Weisen,
das Krippenkind im fernen Land.

4
Während Sehnen
auf Vollendung sternenhoch
steigt,
mit dem Wunsch
einst Erfüllung zu erschauen.

ba

 

 

 

 

Neujahr

Es beginnt ein neues Jahr
Mit Bomben und Raketen ;
Um Vieles wird gebeten,
Das schon einmal wichtig war.

Doch Vergangenes zurück
Die Zukunft kann nicht bringen,
Wenn auch die Lieder singen
Von der alten Zeit im Glück.

Den Augenblick erstreben,
Nicht in die Ferne schweifen,
Nicht nach dem Gestern greifen,
Nur Jetzt fühlt sich das Leben.

HH

 

 

 

 

 

Wolf

Alter, grauer Wolf.
Du bist der Januar.
Kühl betrachtend,
lauschend leise.

In Deinen Augen
spiegelt Eis.
Tief im Dickicht,
nimmt Dich niemand
schleichend wirklich wahr.

Alter, grauer Monat.
Du grauer alter Wolf.
Es naht, ganz nah schon da.
Wolfsgeheule, Januar….

RM

 

 

 

 

 

 

Wandlungen…
siebente Rauhnacht

Die Wandlung schreitet
voran in dieser
vorletzten Nacht
des alten Jahres
bald ist der
Übergang geschafft
das neue
wartet, fordert
uns heraus
anzunehmen was
an neuem auf
uns zukommen
wird
erkenne die
Schönheit darin
das unverwechselbar
andere,
denn nichts
bleibt gleich
wenn du es
nicht sehen
möchtest.

Arno Gobbetto

 

 

 

 

 

Kerzenschein

Mitgenommen aus dem was war
Hin zu unbekanntem Sein
Wie sanft er sich spiegelt
Im leeren Glas auf großem Tisch
Grüble nicht!
Du hattest versprochen
die Schwermut im Alten zurückzulassen
Doch was gilt Versprechen
Wenn das Herz dazu schweigt
So viel wie nie gesagt
Suchst du die Vergangenheit immer noch im Jetzt

UH

 

 

 

 

 

Diese Wege

Warum läufst du diese Wege,
unsere Plattform ist sehr glatt,
für Gefühle,
Wärme,
Demut,
brauchst du lichten Tagesglanz.
Das Vertrauen kann nicht werden,
dem folgt ein Stein für Übermorgen.
Geh‘ nicht weiter diese Wege,
suche Licht im Schattenspiel
und vertreibe,
wenn wild gewordenen,
oder ungewiss das Dünken,
immer was nicht bar im Leben.
Und denke nach,
Warum läufst du diese Wege.

CS

 

 

 

 

 

 

vielleicht nur ein Winterabend…

wir blickten nach draußen,
in seiner vollendeten Pracht
starb das Licht hinter den Bäumen …

ein Schwund, der in Erinnerung bleibt
wie ein suspekter Augenblick,
eine Halluzination, die Schicksalslinien krümmt …

vielleicht ist es
ein Irren durch eine Welt,
wo das süße Wasser fließt …

vielleicht aber nur
eine Bewusstseinsskrise, die, wie eine Nachtigall,
sich ein Nest auf Trümmern baut …

sicher ist nur,
dass durch unser warmes Atmen auf das Fenster,
wir unsere Gesichter nicht mehr erkennen konnten …

DD

 

 

 

 

Demut

 

„Demut ist Unverwundbarkeit“

Marie von Ebner-Eschenbach

 

 

Demut

Zu Knien verweile –
in Dunkelheit bleibe.
Warte geduldig
den Funken mir glühen.

Der Blick mal gesenkt.
Dann hinauf in die Weiten.
Oh, ich brannte
vor Hass und musste vergehen.

Kam wie Phönix zurück.
Geschenkt ward mir Glück.
Und Hoffnung wurd Wissen –
Leben gibt niemals auf.

Der Zauber heißt Liebe.
Ich knie vor ihr nieder.

Und während die Tränen noch rinnen,
vor Freude in all meinen Sinnen.
Alles Falsche wird gehen und ich steig hinauf.

Bis dahin verweile –
In Demut schlicht bleibend.
Knie nieder vorm Ganzen.
Die Liebe stets tanzend.

Maria Hoffmann

 

 

 

 

DEMUT

Nicht die Blume möchte ich sein,
die sich bunt bemalend
das Herz einer Fremden zerreißt,
die sich von ihrer Hingabe nährt,
um zu leben, um zu überleben.

Nicht der Regen möchte ich sein,
der Tropfen für Tropfen
seine Tränen an eine Fremde vergießt
und sie durchnässt.

Nicht die Sonne möchte ich sein,
die zornig und brennend
mit ihren machtvollen Strahlen
den fremden Körper austrocknet.

Ich möchte die bodenständige Erde sein,
die der Blume das Leben schenkt,
sie nährt und aufrecht hält.
Welche die Tränen des Regens
in sich aufnimmt,
ein sicheres Heim allem
und jedem bietet.
Die klaglos und demütig
die glühenden Strahlen
der Sonne absorbiert,
diese voller Inbrunst
und Ehrfurcht
umkreist.

Be Zoban

 

 

 

 

 

Demut

Glaubst Du auf Knien,
wenn fegend die Hölle,
hart und böse über dich kam?

Glaubst du an Liebe,
die alles dir nahm?

Glaubst du dem bösem Wetter,
glaubst du der Blitze Lauf?

Wenn dies so ist, dann nehmen Dich,
die wahren Geister gerne auf.

Bist du auf Knien, erkenne für dich,
viele sind bei dir, zuhauf.

In Ruhe und Stille, das Wahre wagend,
erhebe dich von deinen Knien.

In Demut nur einmal ´Liebe´ sagend.

RM

 

 

 

 

 

In Demut

In Demut senke ich den Blick,
Bis dankbar ich verstehe,
Dass wir auf Augenhöhe sind.
Es schert dich weder mein Geschick,
Noch wann ich ein es sehe,
Dass ich nur unbewusst und blind.

Du bist das Ewige in mir
Und meinem Universum,
Dein Lied schwingt in meinen Genen.
Und flehe ich auch laut nach Dir,
Und verlier‘ mich rundherum,
Werden Raum und Zeit sich dehnen.

In Demut senke ich mein Haupt,
Bin dennoch gleichberechtigt,
Müsste nur mich rückbesinnen.
Alles ist wahrlich mir erlaubt.
Und ich bin auch ermächtigt
Alles Wissen zu gewinnen.

Du bist mein wahres Ich in mir,
Bist der lang gesuchte Gott,
Den fraktal ich fühlen lasse.
Durchsuch‘ ich auch die Welt nach Dir,
Find‘ ich doch nur deren Schrott,
Bis den Stein in mir ich fasse.

HH

 

 

 

 

 

 

Die Nacht…so lange Schatten

Die Unschuld
verlierst Du im
Eisengitter Gebirge
Unter der Heiligkeit
ihrer Oblaten
verschenkt an einen
Himmelwärts
geflohenen Bräutigam
bricht Machtwahn
und Zynismus
statt Demut
seine Bahnen
die Ordenstracht
ein sauberes Gebende
Perfekt
so sieht die Rüstung aus
die Sehnsucht
über Abgründe zu Segeln
war schlicht..ein Traum
schließe ich die Augen
dann höre ich dein Wimmern
mein unbekannter Freund
auch.
Heute Nacht.

Arno Gobbetto

 

 

 

 

 

 

Demut

Leben will mich ganz
Frei vom Begehren
Nach Dingen die locken
Ohne Ansprüche
Auf ein Sternenglück
Sich demütig beugen
Und mutig lieben

So stolpere ich
Mit meinen Gaben
Tanze Schritt bei Tanzschritt
Fall‘ durch‘s morsche Brett
Bin Teil des Dramas
Ahne der Weisheit Sinn
Aus vergilbter Schrift

ba

 

 

 

 

 

 

 

Der Himmel Ist Zu Hoch Für Den Niedrigen Sinn

Ein edler Zorn ist dem Herrn lieb
Gott wohnt in ungebeugten Herzen
Auch Demut ist Stolz
Kein Geschlecht das dienen will
Kriechen wie Würmer im Sand
Ein Herr der Erden soll der Mensch sein
Herrlich
Schatten über Vogel und Tier
So soll der Mensch sein
Freudig
– das Niedrige verschmähen

CS

 

 

 

 

 

 

Mundus vult decipi (die Welt will betrogen sein)

Wie düster doch die erste Nacht des Winters
Der Sturm lässt keine Demut zu
Die Furcht zu groß
Und Gott ist viel zu weit entfernt
Das Weihnachtsfest verliert sich in Geduld
Kein Stern dem irgendjemand folgt
Kein Licht beleuchtet diesen Weg
Im Schnee die Spuren eines Kindes
Verlaufen sich in Dunkelheit

UH

 

 

 

 

 

keine Demut ohne Demut …

laufen im Kreis bis zur fabelhaften Wand,
an die alle Fliegen klatschen,
mutig gedemütigt in Demut …

kein Ende des Wartens auf unerwartete Morgen,
flimmern, schimmern, dämmern – und andere Kantaten –
magische Luftspiegelung der Röte: die aller Herrgottsfrühe …

so unerwartet
in flacheleganten Kissen lebe ich Granit …

DD

 

 

Mystik

Mystik erschließt die inneren Räume, weist den Weg in das eigene Universum.
Wie Oben, so Unten. Wie Außen, so Innen.
Im Inneren ist Alles enthalten was sich im Außen zeigt, alles was war und sein wird.
Und alles Wissen der Ahnen aus Vergangenheit und Zukunft.
So sind die Möglichkeiten gerichtet in die wir wachsen können.

 

 

 

 

Mystik

Ein Webstuhl,
geschnitten aus Stein.
Kerzenlicht, gebrochen.
In altem Bergkristall.

Dunkel wird es,
Raben schreien.
Brechend fallen Äste ab,
vom Baum des Ewigsein.

Tüftelnd aneinander reihend,
wird zu allem letztlich Sinn,
wozu, weshalb ich überhaupt
auf dieser Welt nun bin.

Schatten, die mir folgen,
nicht ich hab sie gerufen.
Die Reiter, tragend ihre Macht,
die Pferde, düster Farbenpracht.

Zermalmend soll nun alles werden
unter ihren harten Hufen.
Zitternd alt wird alles eben,
wenn die Geister sich erheben….

RM

 

 

 

 

Mystik

Der Raum bewegt sich
zieht sich, dehnt sich.
Er materialisiert sich.
Eine Treppe erscheint.

Vorbei führt ins Nichts.
Der Weg führt treppauf.
Es warten die Wächter darauf.
Ohne Gesicht

erheben sie sich
zur Begrüßung
des Wichts.

Beim Tor, was kein Tor.
weder dunkel noch hell.
Nicht langsam,
nicht schnell.

Die Formen verloren.
Gefunden was ist.
Vorstellungen geschoren.
Führen wieder ins Nichts.

Vergiss was die Zeit.
Vergiss auch wie weit.
Vergiss wer du bist.
Vergiss alles ist.

Vielleicht siehst du dann,
wie alles begann.

Maria Hoffmann

 

 

 

 

Der Zweig

Urmutter streute
Einst Samen
Auf’s Land
Für Brot und Rosen

Mitten im Grollen
Entkam sie
Über‘s Meer
Stieg aus der Arche

Der Taube folgend
Fand Spuren
Im Sand
Von Traum und Sehnsucht

Brachte uns den Zweig
Als Saatgut
Für‘s Kind
Wachsend ins Leben

ba

 

 

 

 

 

KEIN WORT

Sprich nicht davon
Wer sie nicht sieht
Versteht kein Wort
Und wer sie fühlt
Belächelt sanft
Allein nur das Bemüh´n
Dass ihr ein jemand Sprache schenken will
Sie ist ein Licht
Gespeist von göttlicher Präsenz
Die jede Seele tief zu Tränen rührt
Dann plötzlich ist nur Geist
Bewusstsein öffnet sich zu neuen Ufern
Und gibt uns eine Ahnung preis
Von der Substanz
Die uns die Ewigkeit einst wird bescheren

UH

 

 

 

 

 

Friggas Tränen

Unter den ledrigen
immergrünen
Blättern hängen
Friggas
Perlenweiße
Beeren
über dem
Türkranz zieren
mit ihrer
satten Farbe
das letzte
Kapitel eines
alten Jahres
vielleicht
werde ich
unter dem
geflochtenen
Kranz auf
Dich warten
dem Knarren
der alten Treppe
einen
Sehnsuchtsvollen
Augenblick
widmen
bevor ich der
Magie der
Rauhnächte
verfalle.

Arno Gobbetto

 

 

 

 

 

Ins Mögliche wachsen

Holon für Holon
Erschafft mich die Spur
Uralter Samen.

Im Innern, obschon
Ein dunkler Fleck nur,
Zeigt ihre Dramen.

Als Schattenkrieger
Such‘ ich im Weltraum
Quälende Geister.

Kehr‘ ich als Sieger,
Erwacht aus dem Traum
Ein Schattenmeister.

HH

 

 

 

 

Blicke …

wie ein Schicksalsgebilde
ist die Wahrnehmung in dieser Nacht,
durch Tannenzweige
fallen unsichtbare Blicke,
kribbelnd im Nacken spürbar …

die Konturen eines Lächelns
verlieren sich in dem Obskuren,
wie die Spuren schweigender Gänge,
dem Norden folgend,
in einem Nebel, aller Farben beraubt …

nur diese Blicke sind noch zu sehen,
häufig rückwärts gewandt
und diese eine Traurigkeit tragend …

DD

Heimat

Heimat … ein Wort, welches sofort viel mehr in uns freisetzt, als nur die Definition, dass es sich hierbei um eine Verbindung zwischen Mensch und Raum handelt.

Zurück zur Heimat oder hin zu ihr?
Wer mag sie, wer verleugnet sie und warum?

Vielleicht ist es der Ort, an dem unser Herz wohnt, vielleicht ist es aber viel, viel mehr…

 

Nicht wo du die Bäume kennst, wo die Bäume dich kennen, ist deine Heimat.

aus Sibirien

 

 

 

An den Ufern des Seins

Am Ende des Weges
Angekommen
Sind wir in unsere Heimat
Zurückgekehrt
Um dem Geist
Die notwendige Ruhe
Zu geben
Wenn er zu Staub
Zerfällt.

Arno Gobbetto

 

 

 

Liebesschatten

Heimat ist die Liebe mir,
Dennoch bin ich heimatlos.
Weil, was sich nennt Liebe hier,
Ist indes ihr Schatten bloß.

Da mein Streben nur verpufft
In einem lauten Lachen,
Will von Rosen schon der Duft
Allein mich glücklich machen.

Solang Heimweh in mir brennt,
Mein Herz den Takt nicht findet.
Selbst die Liebe doch nur trennt,
Sie ein nicht Alles bindet.

HH

 

 

 

 

 

Heimat

Wie oft schon wurde dieses Wort,
verglühend ausgeschüttet
über die, im Marschtritt ziehend

Wie oft schon wurde es benutzt,
beleidigend und tief beschmutzt.

Und doch ist es uns Heimlichkeit,
die Heimstatt unserer Ahnen,
wichtiger als all das Warnen.

Heimat, große stolze Heimat,
in Dir bin ich geboren.
Kannst Du mich gut hören?

Niemals werde ich es tun,
zuzulassen, dass so dreist,
andre wollen Dich zerstören.

RM

 

 

 

 

Heimat

Befreit von der Kette
der Hab und Gier
wanderte der Vagabund seine Tour.
Faszinierend beobachtete er
die Städte, die Dörfer, die Wiese,
die Berge, den Dschungel,
die Menschen, die Tiere.
Müde und erschöpft landete er
in einem gemischten Haufen
von Grün und Müll.
Er wusste schon mal nicht,
wo Nord, wo Süd,
wo Ost und wo West sei.

Er wollte nicht wissen,
wer, wo, was treibe,
wer, wo, was für eine Sprache spreche.
Inmitten die kleine Tiere
und Abfälle der Natur,
unterm breiten Himmel
in ein Stück Erde,
was er benötigte,
legte er sich glücklich
und zufrieden
zum Schlafen hin
Still und leise murmelte
eine Stimme in seine Inneres:
„Meine Heimat.“

Be Zoban

 

 

 

 

 

Wo du die Menschen liebst

Wo du die Menschen liebst
So wie sie sind
Und deine Freunde auf dich warten
Ganz gleich wie lang die Reise wird
Die dich hinausgetrieben hat zur Welt
Wo alles was du jemals fühlen willst zu finden ist
Da tief in dir die Liebe wohnt
Zum Wald
Zum See und zu den sanften Hügeln
Zum Duft der Krume welche dich ernährt
Und wenn dein Körper alt und schwach
Sich sehnt nach Ruhe Stille Licht
In dunkler Erde tief begraben liegt
Und deine Kinder um dich weinen
Erst dann kann deine Seele
Sich zur Unendlichkeit erheben
Denn alles was dir wichtig war
hast du berührt

UH

 

 

 

 

 

 

Meine Suche

Vergangenheit ist jetzt.
Das Licht wird verneint.
Dunkler Schauder
und kein Raum.

Abgekapselt. Alt.

Schwerelos schwer.
Der kontinuierliche Zwang
in Richtung des Bodens.

Kalt.

Jeder Schritt ein Messerschnitt.
Rinnsäle der Freude.
Heimat? gibt es nicht.

Nicht für mich.
Ich bin ohne jägliche Gestalt.

Die Dunkelheit begleitet mich.
Ich wandel durch den Tag zu Jahr.
Stülbt sich über – wird zum Ich.

Pflanze Schmerzen, stifte an.
Nur ab und zu und kurz mal klar.

Heimatlos beteub ich mir,
was ich schleppe, hieve, hebe.

Verschwinde im Gedankenloch
und such die Heimat –
such mein Leben.

Und unerwartet hör ich Stimmen.
Und unerwartet zeigt sich auf.
Im Herz der Dunkelheit ein Glimmen.
Ein Licht, ganz tief, in meinem Bauch.

Und du hast mich gesehen.
Trotz meines Zweifels bleibst du hier.
Ich lass es zu, ich werd nicht gehen.
Du zeigst die Heimat mir, in mir.

Und wieder gehen Jahre.
Verbunden, bin ich nun
schon mehr.

Ich spring in Lichteswellen
und schwimme
die Liebe auf Papier.

Maria Hoffmann

 

 

 

 

Meine Heimat

Wo du bist
Wo alles grün, wechselt sich
Wo kalt und warm, natürlich
Du, wo alles wohnt

Ich bin sprunghaft, kenne keinen Ort, wie meine Heimat, weil Du ständig und stets in Bewegung bleibst, wächst, gedeihst, immer bist Du da.
Kein Warum, keine Kreuzung die teilt, nur Du.
Du bist Ich – in mir – kein Wir oder Viele

Heimat unter meinen Füßen und über mir der Himmel mit seiner Unendlichkeit
Heimat trägt mich – kein Hier
Kein Da, aber Du.

CS

 

 

 

 

 

 

Fragmente

Wäre das Leben
ein Kunstwerk
wer wollte es
vollenden..
beim aufwachsen
an unterschiedlichen
Orten fragmentiert
sich ein Gefühl
für Heimat
verortet sich
ein Gedanke
der sich durch
die Zeiten als
rot blauer Faden
zieht vielleicht auch
in gelb grün beige
die Länge wechselt
mit der Verweildauer
in unseren Genen
liegt die Last
der Vergangenheit
liegt die Lust
in der Gegenwart
dort Zuflucht
zu finden
wo uns eine Heimat
begegnet
dem Platz in uns
an dem wir uns
willkommen fühlen
angenommen..
in uns selbst
angekommen..
dort zu bleiben

Arno Gobbetto

 

 

 

 

 

Heimat

Weiche Worte
Meeresrausch
lassen mich
deine Hand ergreifen
im Fallen der Blätter
auf trautem Weg

Himmelssphäre
sterngespannt
verbindet
mich mit eurem Sehnen
nach Pflugschar und Saatkorn
ohne Grenzen

Rufe klingen
Bruder mein
Schwester du
deine Tränen fließen
die Welt auf den Schultern
sucht ihr mich heim

ba

 

 

 

 

 

 

eine Ecke …

dunkel umwoben
heute die Zypressenallee
und  kälter der Wind,
vielleicht auch stärker …

es sind unsere gleichen Augen,
die wir sehen,
die gleichen Herzen,
deren Pochen wir laut vernehmen …

gleich geblieben ist unser Lachen
und die Wärme unserer Hände,
wie im Traum war es,
all die Träume zu träumen …

Gedanken, flieht!
und verweilt
in der Ecke meines Herzens,
die ich Heimat nenne …

DD

Lauschen

In diesem Monat brauchen wir Eure geschätzte Aufmerksamkeit, denn das Thema des Monats September ist: LAUSCHEN

„Der Schrei der Möwen
Webt weiß über die Wogen hin,
Verwebt des Turmwächters Lauschen
In die reiche Ferne der Meere.“

Minamoto Kanemasa
(lebte und starb im 12. Jahrhundert), japanischer Dichter

 

 

 

 

Kraftquell (neue Fassung)

Regentropfen
fallen wie
Glasmurmeln
zerstäuben
über den
Boden
der warme
Landregen
ist ein Sommer
Segen
in den Wäldern
verdampfen
die Wasserperlen
zu Nebelgeistern
Stille senkt sich
herab
kostbare Momente
zum Innehalten
ich atme den
Duft
des mit Fichtennadeln
und Moos bedeckten
Waldbodens
tief ein
schweigend
lausche ich dieser
Wunderzeit

Arno Gobbetto

 

 

 

Wenn sich die Sedimente legen,
welche sich Tags zuvor im Tanze umkreisten.
Wenn sie sich erneut zur Ruhe legen,
in der sanften Welt der Dunkelheit.

Dann lausche.

Dem ploppen eines Kieselsteines.
Dem surren seines sinkens.
Dem pochen deines Herzens.
Dem schwirren deines denkens.

Während dein Blut seine Bahnen kreist.
Und dein Atem angehalten,
in seinem Fluss unterbrochen.
Bis des Herzens Schläge dich zwingen.

Leicht hektisches streben zur Oberfläche.
Die Arme platschen.
Der erste Atemzug pfeift tief.
Und normalisiert sich.
Findet seinen Takt.

Nur leichtes plätschern.
In der Ferne Stimmen.
Vögel rufen.
Engel singen.

Leise
die Stille geküsst
und endlich
noch immer
ein wenig
verrückt.

Maria Hoffmann

 

 

 

 

 

AUSFLUG

Überfordert von den Empfindungen
und Weitergabe der Weisheiten,
verbündete sich mein Herz
mit dem Ohr,
dem Tor des Wissens,
und vermochte
die Welt melodisch zu entdecken.
Das Krabbeln der Ameisen,
das Gezwitscher der Vögel,
das Rascheln der Blätter,
das Brüllen der Tiere,
das Rumoren der Menschen,
die Stimme der Gewalt der Natur,
ein Chaos der Laute,
die sich Stück für Stück heranpirschten,
überlastete das Netz der Ruhe,
so dass es geräuschlos
in seinen Käfig kroch.
Angekommen daheim
lud es das Ohr ein,
die Welt der Liebe
und Harmonie
mit seinem Gehör zu lauschen.

Be Zoban

 

 
Brot und Rosen

Ich lausche auf die Botschaft,
windhergetragen von fern.
Doch es ist so still, kein Laut.

Fragen im Hoffnungsgrünen
sind mir Mantel und Wegmarke.
Sie lassen mich bergan geh‘n,
wenn es sturmtief weit dunkelt.

Wenn die Sicherheit mich lockt,
eilt der schnelle Tag weiter,
mit einfachen Antworten
und seinen Versprechungen.

Dann, ja dann

Lausche ich auf die Worte,
die mit mir tasten und suchen,
zu teilen das Brot des Lebens

im üppigen RosenRot.

ba

 

 
Weit

Ganz weit,
geh ich hinweg.

Bin lauschend
nicht mehr da.

Einzig mir
mein Lebenszweck,
das hörend Still
und aller Gänze,
still für immer ewig da.

Einzig Herz wird doch zerreissen,
lauschend,ahnend immer da.

Weiter geht des Ahnungs Hymne,
weiter aller Sebstbetrug.
Still lausch ich den Zeitens Lug.
Kurz hinein geboren.

Immer, immer wieder da.

RM

 

 
Mein Lauschen,

Ich kann’s er-lauschen.

Das Summen der Bienen,
wenn
ihr Zuhause suchen.

Ich kann.
Auch,
er/sie/es lauscht der Bienen.

Ich höre Ihre flatternden Flügel.
Und ihr Lauschen, wenn sie…

Fleißige Bienen.
Und ich, kann . Und,
ich lausche
den Mäusen unter den Holzdielen
bei ihrem Vorsorgen – ja,
und den Elstern während
sie zwischen Ast und Ast hastig
ihre Schnäbel mit Beeren füllen – sie stören einander nicht –
auch nicht die anderen kleinen, die Lautesten –
Fliegen & Bienen & mich

Ich lausche.

CS

 

 

 

 

 

Die kleine Kirche

Menschen vergessend
Inmitten Tausender
Allein
Ein Stück Himmel
Lässt atmen
Lächeln
Bleibt Wolken verhangen
Lauf
Flieh
Wie ein Fuchs gejagt von der Meute
Renn um dein kleines leises Leben
Plötzlich
Zwischen Häuserblocks
Wie gewollt eine Kapelle
Die Pforte
Leicht zu öffnen
Spüre
Du betrittst heiligen Boden
Nun ist die Zeit gekommen
Ich verlasse dich
Schreib mich weg aus deiner Welt
Schau
Längst hast du mich vergessen
Was jetzt geschieht gehört nur dir
Staune
Lausche

UH

 

 

 

 


Urzweck

Lausche ich der Liebe nach,
So antwortet die Stille mir :
„Ungeliebt dein Sein liegt brach,
Ist Wahrheit dir der Spiegel hier.

Im Vergessen ruht dein Sein
Und wartet auf ein liebend Wort,
Welches hebt den schweren Stein,
Damit beendet wird der Tort.

Die Illusion der Welt
Wird im Erinnern dir enthüllt.
Wenn dein Blick auf dich noch fällt,
Ist auch dein Selbstzweck hier erfüllt“.

HH

 

 

 

 
lauschen …

schwer ist der Schleier des Wunsches
zu lauschen, in die Nacht versunken,
wie Schönheit auch in etwas weilt,
das zu schwach ist zu entstehen …

als geblendeter, armer Pilger,
der weiterzugehen sich nicht mehr traut,
den Geheimnissen zu lauschen,
einer Geburt bei Vollmondnacht im Mai …

staunend dem Leben lauschend,
wie es wogt, wie es lacht, wie es weint
und wie es vergeht nach Ruhe suchend,
lautlos bei Vollmond, in die Nacht hinein …

DD