Fantasie

Wo stünde der Mensch ohne Fantasie?
Wäre das Feuer schon gezähmt und das Rad erfunden?
Treibt uns nicht die Fantasie zu den Sternen und darüber hinaus?

 

 

FANTASIE

Emporsteigend auf den Flügeln
des Rosses der Gedanken,
thronend auf dem Dach
der Unerreichbaren,
schaute ich vorurteilsvoll
was die Geschöpfe anstellten.
Drumherum roch es nur noch
nach bösen Taten.
Mutig und voller Wucht,
ließ ich es nicht zu,
dass er sein Heim,
seinen Dschungel ruiniert,
seinen nächsten ausbeutet
und befreite ich zugleich
die Schweigsamen
aus dem Schlachthof.
Die ängstliche Stimme
meiner privaten Dienerin
rückte mich
in die Wirklichkeit zurück,
fragend ob sie
das Stück Vieh in meinem Munde,
welches verderbte,
entsorgen und mir ein Neues
opfern sollte…

Be Zoban

 

 

 

 

 

Sich findende Materie
Nicht ganz sicher ihres Seins.
Suchend in der Leere
die keine ist nur all und eins.

Während Sonnen kämpfen
tanzen um und wild herum.
Schlägt eine in die andere
Verschwindet nicht –

sie formt sich um.
Fliegt einem flüssigen Seidentuche gleich,
wie ein Vogel hin zum Teich.
Zur nächsten Sonne wohl hinein.

Dies sollte nur der Anfang sein.

Es wiederholt sich dieses Spiel
Ich seh nur zu und weiß nicht viel
Wohl einen Körper hab ich nicht.
Ebenso wie ein Gesicht

Mit was nur Kinder,
frag ich mich.
Mit was nur bitte
sehe ich?

Maria Hoffmann

 

 

 

 

 

Seltsam sanft

Deine Fingerkuppen
Haltend helle Augen
Aus bösem Traum heraus
in Deinem Arme aufgewacht

Alleine mich nun sehend
Das Sinnen um das Eine
es dreht sich laut in dem Vollbracht

Schön die Folge
Traumgefüge
Der Kater aller Aufwachzeiten
Er kratzt Dich tief mit sanften Krallen
Ein Traum in sich
Der leise lacht

RM

 

 

 

 

 

Infinitus imagination

Aus dem Herzen strömen Lieder,
Die ganz leis‘ von Liebe singen,
Hallen in den Zellen wider,
Bis durch Fantasien sie klingen.

So tritt hervor durch mich die Welt,
Bis will Stille in mir werden.
Wenn dann auch noch der Vorhang fällt,
Weilt das Göttliche auf Erden.

HH

 

 

 

 
„Ohne Fantasie keine Kunst“
(Franz Liszt)

Fantasie,
du Fabelwesen,
Wegspuren durch Blütenschnee
und Fieberträume:
Du schüttelst deinen Mantel
über Wortzeichen,
auf Notenpapier, Leinwand
wild durcheinander.
Setzt Segel auf Luftschiffe
ohne Seekarte,
wirfst uns Rettungsanker zu
mit bunten Bändern.
Willst uns bergen und laben,
fordern und trösten,
im Widerschein der Meister.

ba

 

 

 

 

 

Ich will mich nicht an ihr sattessen und auch nicht ganz fern sein und auch nicht, überhaupt nicht frei sein von ihrer Darbietung, ihrer Lust und Inspiration – und eng an ihrem Entfremden liebe ich sie, und/oder sie macht Angst. Die Fantasie und ihre Geister
Fäden ziehen Kreise.
Bunt im Bund. Und.
Wer lernen will, braucht das Wissen aller Alten und ‚Ein‘… und deren ‚Und‘.
Ohne jene müssten wir einen Türrahmen neu erfinden und Brücken, die wir überqueren erst bauen, und erst lernen zu vertrauen durch… und drüber.
Gehen.
„Und als das Meer noch rauschen übte waren wir schon Liebe.“
Es wird nicht unsere Fantasie sein, die uns umbringt, es wird der Mangel an ihr sein.
Das war schon gestern klar, als das Zweifeln dem Dunst den Nebel abnahm.

CS

 

 

 

 

 

Wenn zwischen Traum und Wirklichkeit
das Licht erlöscht
bleibt nur die Fantasie
die es nicht scheut
auch dunkle Wege zu beschreiten
Ist sie der Schein
geboren aus dem Geist der Ewigkeit
dann wäre sie unsterblich
und in der schweren Zeit wenn dich der Tod berührt
vielleicht dein einzig wahrer Freund

UH

 

 

 

 

 

Spaziergang …

auch ich fürchtete schon immer,
die Anstrengung von bergigen Straßen,
so ging ich bergab durch meine Täler …

als ich Kafka’s Traum träumte,
waren die Täler grün,
zu den Sternen blickte ich stumm
und da auch ich Fichtenwälder liebte,
ging ich auch durch solche,
nur die dunklen Wolken sah ich nicht,
unbesorgt ging ich weiter …

vielleicht gibt es diese Rätsel,
die darauf warten, gelöst zu werden,
die Lösungen, die uns verraten,
was am Herbst so duftig ist …

diesen Traum, vielleicht gibt es ihn,
der die Regel verwirrt …

diesen Ast und diese Wurzel,
verstehend das Verwehen
der rostweinenden Rinde,
viel rostweinender als sie schon ist …

DD

 

 

 

 

 

 

Nacht

„Die Nächte lehren viel, was die Tage niemals wissen.“
aus Persien

 

 

NACHTFLÜSTERER

Wenn die Zeit sich allmählich
von dem Wein des Tages
berauschen lässt,
die Nacht auf der Jagt
die Geister schickt
und mich zum Leben beruft,
pflücke ich das letzte Tröpfchen
der dunklen Göttlichkeit,
um in der Erinnerung des Traumes
zu ertrinken,
welcher den Abdruck deiner Umrisse
in sich trägt.
So bewahre ich stetig
ein Stück Nacht in mir,
da sie deinen Duft
in ihrer ewigen Stille pflegt
und zum Ärger des Tages,
der großzügig meinen Weg erhellt,
flüstere ich
das geheimnisvolle Lied der Sehnsucht
in den Ohren
der längst schlafenden Nacht…

Be Zoban

 

 

 

 

 

La Nuit

So dunkel
ist der Wald.
Schreitend
durch die Schwärze.
Unter leisem Schritte
ein Zweiglein
krachend bricht.
Schwarze Pfeile,
fliegen sirrend
durch fahles
Mondenlicht.
Bohren sich
in Stämme ein.
Zittern bebend
lange noch.
Wartend auf
das Hell des Morgens.
Im Wind der Nacht
rauscht leises Lied.
Neu erwachen
soll der Tag,
aus des Traumes
tiefem Loch.

RM

 

 

 

 

Nacht

Du warst immer bei mir.
Hast mich stets getragen.
Verweiltest an meiner Seite.
Auch an hellen Sonnentagen.

Dein Kleid zierte mein Sein.
Ließest Pein in mich hinein.
Um dann zu deiner Zeit
im Rausche bunt zu taumeln.

In Leichtigkeit zu Staunen
und voll der Angst
vor Sonnenlicht
bat ich: Nacht, verlass mich nicht.

So waren Tage mir nur Lügen.
Mein Lachen da um euch zu trügen.
Fühlte Licht nur in den Schmerzen.
Klingen leuchteten wie Kerzen.

Bis ich begriffen habe.
Ich entscheide.
Ob ich dich nur blind verehr
und leide

oder ob ich seh das Licht,
welches stets auch in den Nächten
voll der Liebe zu mir
spricht.

Maria Hoffmann

 

 

 

 

Es wird dunkel. Am Tisch
sitzen weckt die Kommunikation.
Die Nacht fürchten ist kein Muss, nur manchmal ein Übel des Grübeln.
Es wird dunkel, das weckt.
Sinnlichkeit im Sinn.
Und des Manchen Sein.
Anders mein, Meins, welches Sonne ersehnt, seht, der Sand ist fern und das Licht blass.
Der Mond schenkt sich für ein paar Stunden und ich werde nicht wach, nach dunklen Stunden ohne Schlaf. Ich träume, träume meinen Tagtraum über den Nachmittag hinaus, und später nach dem Abendbrot.
Es wird dunkel.

CS

 

 

 

 

 

Über Nacht

Nächtens, die Gedanken schweben
Wie Spinnenfäden leicht daher.
Eulen fleißig sie verweben
Zu Phantasien und auch mehr.

Weil Denken ohne Widerhall
Sich kraftvoll ausdehnt ewig weit,
Sehnsucht funkt ein Lichtsignal,
Bis die Sonne nach Taten schreit.

Nur schemenhaft hat in der Nacht
Ein schwingungshoher Schöpfer – Geist
Sich eine neue Welt erdacht,
Die morgens ihn willkommen heißt.

Eingeprägtes ich entstaube
Von uralten Spinngeweben.
Freiwillig ich mir erlaube
Neu die Welt auch zu erleben.

HH

 

 

 

 

Fragmente (17)

Die Nacht
verliebt sich in dein
Saitenspiel
berührt von
Harfenklang
verführt in
mildem
Kerzenschein
verbinden
Resonanzen
melodiös
das Körperspiel
in Kreisenden
Bewegungen
Metamorphosen
durchleben wir
berührt von
Harfenklang
verführt ….

Arno Gobbetto

 

 

 

 

 

 

Nachts,
im Sternenglanz
sammle ich ein,
lege ich aus:

Erdgewitter,
Himmelstücher,
Seelenklänge,
Wortgeflatter.

Lausche dem Hall,
dem Donnergroll,
flüchtigem Laut,
bis es sanft stillt.

Nur ein Lachen
bleibt und perlt,
springt in meinen
Traum.

ba

 

 

 

 

 

So wie der Himmel und das Meer
Die Farben und das Licht
Der Mensch und diese Erde
Nur miteinander leben können
Weil einer nicht ohne den and´ren will
So sind auch Nacht und Tag
Nur stark und sanft weil sie das Ganze bilden
Der Zauber ihrer Liebe ein kurzer Reigen bloß
Doch jede Dämmerung lässt es uns spüren

UH

 

 

 

 

 

Nacht …

wie eine Absicht
eines sorglosen Schattens
fällt über uns die Nacht ein,
abgelegt die goldenen Kronen,
angezogen die Socken aus Blei …

es sind unsere Strukturen,
die durch unsere Fugen zerrinnen,
es sind unsere Worte,
die nichts mehr sagen können,
ihre Spuren, die es tun …

nur eine Wahrheit
bleibt für die Wahrsager übrig
jenseits dieser Nacht,
eine Nacht
als wäre sie die letzte …

DD

 

 

 

 

 

 

Winter / Januar

 

Geburt

Langsam spür ich deine Kräfte,
doch noch im Nebel liegst du mir.
Wie Avalon wirkst – diese Mächte.
Doch bald schon

lüftet sich der Schleier hier.

Das Alte liegt noch auf den Gliedern.
Hab so manches nun durchfühlt.
Ja, sang so zahlreich alte Lieder
und hab mein Bett mir aufgewühlt.

Doch nun ruft Neues immer lauter.
Die Magie der Rauen Nächte.
Ja, Januar mein Wegbereiter.
du mit deinen großen Mächten.

Du und ich – wir kenn‘ einander.
Uns hat so mancher Streit geteilt.
Doch fanden letztlich zueinander,
weil in uns wahre Liebe weilt.

Maria Hoffmann

 

 

 

 

 

In den Rauhnächten 2019

1
Der Eismond
präsentiert sich so linnenrein,
schenkt Illusion.
Alles kann sein, wieder werden.

2
Doch ich trage
die Schrunden, vernarbte vom Dorn.
In Liebeslust
blau ich nächtlich im Blütenfrost.

3
Suche Wärme
im dicken Tuch, barfuß auf Stein,
wie die Weisen,
das Krippenkind im fernen Land.

4
Während Sehnen
auf Vollendung sternenhoch
steigt,
mit dem Wunsch
einst Erfüllung zu erschauen.

ba

 

 

 

 

Neujahr

Es beginnt ein neues Jahr
Mit Bomben und Raketen ;
Um Vieles wird gebeten,
Das schon einmal wichtig war.

Doch Vergangenes zurück
Die Zukunft kann nicht bringen,
Wenn auch die Lieder singen
Von der alten Zeit im Glück.

Den Augenblick erstreben,
Nicht in die Ferne schweifen,
Nicht nach dem Gestern greifen,
Nur Jetzt fühlt sich das Leben.

HH

 

 

 

 

 

Wolf

Alter, grauer Wolf.
Du bist der Januar.
Kühl betrachtend,
lauschend leise.

In Deinen Augen
spiegelt Eis.
Tief im Dickicht,
nimmt Dich niemand
schleichend wirklich wahr.

Alter, grauer Monat.
Du grauer alter Wolf.
Es naht, ganz nah schon da.
Wolfsgeheule, Januar….

RM

 

 

 

 

 

 

Wandlungen…
siebente Rauhnacht

Die Wandlung schreitet
voran in dieser
vorletzten Nacht
des alten Jahres
bald ist der
Übergang geschafft
das neue
wartet, fordert
uns heraus
anzunehmen was
an neuem auf
uns zukommen
wird
erkenne die
Schönheit darin
das unverwechselbar
andere,
denn nichts
bleibt gleich
wenn du es
nicht sehen
möchtest.

Arno Gobbetto

 

 

 

 

 

Kerzenschein

Mitgenommen aus dem was war
Hin zu unbekanntem Sein
Wie sanft er sich spiegelt
Im leeren Glas auf großem Tisch
Grüble nicht!
Du hattest versprochen
die Schwermut im Alten zurückzulassen
Doch was gilt Versprechen
Wenn das Herz dazu schweigt
So viel wie nie gesagt
Suchst du die Vergangenheit immer noch im Jetzt

UH

 

 

 

 

 

Diese Wege

Warum läufst du diese Wege,
unsere Plattform ist sehr glatt,
für Gefühle,
Wärme,
Demut,
brauchst du lichten Tagesglanz.
Das Vertrauen kann nicht werden,
dem folgt ein Stein für Übermorgen.
Geh‘ nicht weiter diese Wege,
suche Licht im Schattenspiel
und vertreibe,
wenn wild gewordenen,
oder ungewiss das Dünken,
immer was nicht bar im Leben.
Und denke nach,
Warum läufst du diese Wege.

CS

 

 

 

 

 

 

vielleicht nur ein Winterabend…

wir blickten nach draußen,
in seiner vollendeten Pracht
starb das Licht hinter den Bäumen …

ein Schwund, der in Erinnerung bleibt
wie ein suspekter Augenblick,
eine Halluzination, die Schicksalslinien krümmt …

vielleicht ist es
ein Irren durch eine Welt,
wo das süße Wasser fließt …

vielleicht aber nur
eine Bewusstseinsskrise, die, wie eine Nachtigall,
sich ein Nest auf Trümmern baut …

sicher ist nur,
dass durch unser warmes Atmen auf das Fenster,
wir unsere Gesichter nicht mehr erkennen konnten …

DD

 

 

 

 

Demut

 

„Demut ist Unverwundbarkeit“

Marie von Ebner-Eschenbach

 

 

Demut

Zu Knien verweile –
in Dunkelheit bleibe.
Warte geduldig
den Funken mir glühen.

Der Blick mal gesenkt.
Dann hinauf in die Weiten.
Oh, ich brannte
vor Hass und musste vergehen.

Kam wie Phönix zurück.
Geschenkt ward mir Glück.
Und Hoffnung wurd Wissen –
Leben gibt niemals auf.

Der Zauber heißt Liebe.
Ich knie vor ihr nieder.

Und während die Tränen noch rinnen,
vor Freude in all meinen Sinnen.
Alles Falsche wird gehen und ich steig hinauf.

Bis dahin verweile –
In Demut schlicht bleibend.
Knie nieder vorm Ganzen.
Die Liebe stets tanzend.

Maria Hoffmann

 

 

 

 

DEMUT

Nicht die Blume möchte ich sein,
die sich bunt bemalend
das Herz einer Fremden zerreißt,
die sich von ihrer Hingabe nährt,
um zu leben, um zu überleben.

Nicht der Regen möchte ich sein,
der Tropfen für Tropfen
seine Tränen an eine Fremde vergießt
und sie durchnässt.

Nicht die Sonne möchte ich sein,
die zornig und brennend
mit ihren machtvollen Strahlen
den fremden Körper austrocknet.

Ich möchte die bodenständige Erde sein,
die der Blume das Leben schenkt,
sie nährt und aufrecht hält.
Welche die Tränen des Regens
in sich aufnimmt,
ein sicheres Heim allem
und jedem bietet.
Die klaglos und demütig
die glühenden Strahlen
der Sonne absorbiert,
diese voller Inbrunst
und Ehrfurcht
umkreist.

Be Zoban

 

 

 

 

 

Demut

Glaubst Du auf Knien,
wenn fegend die Hölle,
hart und böse über dich kam?

Glaubst du an Liebe,
die alles dir nahm?

Glaubst du dem bösem Wetter,
glaubst du der Blitze Lauf?

Wenn dies so ist, dann nehmen Dich,
die wahren Geister gerne auf.

Bist du auf Knien, erkenne für dich,
viele sind bei dir, zuhauf.

In Ruhe und Stille, das Wahre wagend,
erhebe dich von deinen Knien.

In Demut nur einmal ´Liebe´ sagend.

RM

 

 

 

 

 

In Demut

In Demut senke ich den Blick,
Bis dankbar ich verstehe,
Dass wir auf Augenhöhe sind.
Es schert dich weder mein Geschick,
Noch wann ich ein es sehe,
Dass ich nur unbewusst und blind.

Du bist das Ewige in mir
Und meinem Universum,
Dein Lied schwingt in meinen Genen.
Und flehe ich auch laut nach Dir,
Und verlier‘ mich rundherum,
Werden Raum und Zeit sich dehnen.

In Demut senke ich mein Haupt,
Bin dennoch gleichberechtigt,
Müsste nur mich rückbesinnen.
Alles ist wahrlich mir erlaubt.
Und ich bin auch ermächtigt
Alles Wissen zu gewinnen.

Du bist mein wahres Ich in mir,
Bist der lang gesuchte Gott,
Den fraktal ich fühlen lasse.
Durchsuch‘ ich auch die Welt nach Dir,
Find‘ ich doch nur deren Schrott,
Bis den Stein in mir ich fasse.

HH

 

 

 

 

 

 

Die Nacht…so lange Schatten

Die Unschuld
verlierst Du im
Eisengitter Gebirge
Unter der Heiligkeit
ihrer Oblaten
verschenkt an einen
Himmelwärts
geflohenen Bräutigam
bricht Machtwahn
und Zynismus
statt Demut
seine Bahnen
die Ordenstracht
ein sauberes Gebende
Perfekt
so sieht die Rüstung aus
die Sehnsucht
über Abgründe zu Segeln
war schlicht..ein Traum
schließe ich die Augen
dann höre ich dein Wimmern
mein unbekannter Freund
auch.
Heute Nacht.

Arno Gobbetto

 

 

 

 

 

 

Demut

Leben will mich ganz
Frei vom Begehren
Nach Dingen die locken
Ohne Ansprüche
Auf ein Sternenglück
Sich demütig beugen
Und mutig lieben

So stolpere ich
Mit meinen Gaben
Tanze Schritt bei Tanzschritt
Fall‘ durch‘s morsche Brett
Bin Teil des Dramas
Ahne der Weisheit Sinn
Aus vergilbter Schrift

ba

 

 

 

 

 

 

 

Der Himmel Ist Zu Hoch Für Den Niedrigen Sinn

Ein edler Zorn ist dem Herrn lieb
Gott wohnt in ungebeugten Herzen
Auch Demut ist Stolz
Kein Geschlecht das dienen will
Kriechen wie Würmer im Sand
Ein Herr der Erden soll der Mensch sein
Herrlich
Schatten über Vogel und Tier
So soll der Mensch sein
Freudig
– das Niedrige verschmähen

CS

 

 

 

 

 

 

Mundus vult decipi (die Welt will betrogen sein)

Wie düster doch die erste Nacht des Winters
Der Sturm lässt keine Demut zu
Die Furcht zu groß
Und Gott ist viel zu weit entfernt
Das Weihnachtsfest verliert sich in Geduld
Kein Stern dem irgendjemand folgt
Kein Licht beleuchtet diesen Weg
Im Schnee die Spuren eines Kindes
Verlaufen sich in Dunkelheit

UH

 

 

 

 

 

keine Demut ohne Demut …

laufen im Kreis bis zur fabelhaften Wand,
an die alle Fliegen klatschen,
mutig gedemütigt in Demut …

kein Ende des Wartens auf unerwartete Morgen,
flimmern, schimmern, dämmern – und andere Kantaten –
magische Luftspiegelung der Röte: die aller Herrgottsfrühe …

so unerwartet
in flacheleganten Kissen lebe ich Granit …

DD

 

 

Mystik

Mystik erschließt die inneren Räume, weist den Weg in das eigene Universum.
Wie Oben, so Unten. Wie Außen, so Innen.
Im Inneren ist Alles enthalten was sich im Außen zeigt, alles was war und sein wird.
Und alles Wissen der Ahnen aus Vergangenheit und Zukunft.
So sind die Möglichkeiten gerichtet in die wir wachsen können.

 

 

 

 

Mystik

Ein Webstuhl,
geschnitten aus Stein.
Kerzenlicht, gebrochen.
In altem Bergkristall.

Dunkel wird es,
Raben schreien.
Brechend fallen Äste ab,
vom Baum des Ewigsein.

Tüftelnd aneinander reihend,
wird zu allem letztlich Sinn,
wozu, weshalb ich überhaupt
auf dieser Welt nun bin.

Schatten, die mir folgen,
nicht ich hab sie gerufen.
Die Reiter, tragend ihre Macht,
die Pferde, düster Farbenpracht.

Zermalmend soll nun alles werden
unter ihren harten Hufen.
Zitternd alt wird alles eben,
wenn die Geister sich erheben….

RM

 

 

 

 

Mystik

Der Raum bewegt sich
zieht sich, dehnt sich.
Er materialisiert sich.
Eine Treppe erscheint.

Vorbei führt ins Nichts.
Der Weg führt treppauf.
Es warten die Wächter darauf.
Ohne Gesicht

erheben sie sich
zur Begrüßung
des Wichts.

Beim Tor, was kein Tor.
weder dunkel noch hell.
Nicht langsam,
nicht schnell.

Die Formen verloren.
Gefunden was ist.
Vorstellungen geschoren.
Führen wieder ins Nichts.

Vergiss was die Zeit.
Vergiss auch wie weit.
Vergiss wer du bist.
Vergiss alles ist.

Vielleicht siehst du dann,
wie alles begann.

Maria Hoffmann

 

 

 

 

Der Zweig

Urmutter streute
Einst Samen
Auf’s Land
Für Brot und Rosen

Mitten im Grollen
Entkam sie
Über‘s Meer
Stieg aus der Arche

Der Taube folgend
Fand Spuren
Im Sand
Von Traum und Sehnsucht

Brachte uns den Zweig
Als Saatgut
Für‘s Kind
Wachsend ins Leben

ba

 

 

 

 

 

KEIN WORT

Sprich nicht davon
Wer sie nicht sieht
Versteht kein Wort
Und wer sie fühlt
Belächelt sanft
Allein nur das Bemüh´n
Dass ihr ein jemand Sprache schenken will
Sie ist ein Licht
Gespeist von göttlicher Präsenz
Die jede Seele tief zu Tränen rührt
Dann plötzlich ist nur Geist
Bewusstsein öffnet sich zu neuen Ufern
Und gibt uns eine Ahnung preis
Von der Substanz
Die uns die Ewigkeit einst wird bescheren

UH

 

 

 

 

 

Friggas Tränen

Unter den ledrigen
immergrünen
Blättern hängen
Friggas
Perlenweiße
Beeren
über dem
Türkranz zieren
mit ihrer
satten Farbe
das letzte
Kapitel eines
alten Jahres
vielleicht
werde ich
unter dem
geflochtenen
Kranz auf
Dich warten
dem Knarren
der alten Treppe
einen
Sehnsuchtsvollen
Augenblick
widmen
bevor ich der
Magie der
Rauhnächte
verfalle.

Arno Gobbetto

 

 

 

 

 

Ins Mögliche wachsen

Holon für Holon
Erschafft mich die Spur
Uralter Samen.

Im Innern, obschon
Ein dunkler Fleck nur,
Zeigt ihre Dramen.

Als Schattenkrieger
Such‘ ich im Weltraum
Quälende Geister.

Kehr‘ ich als Sieger,
Erwacht aus dem Traum
Ein Schattenmeister.

HH

 

 

 

 

Blicke …

wie ein Schicksalsgebilde
ist die Wahrnehmung in dieser Nacht,
durch Tannenzweige
fallen unsichtbare Blicke,
kribbelnd im Nacken spürbar …

die Konturen eines Lächelns
verlieren sich in dem Obskuren,
wie die Spuren schweigender Gänge,
dem Norden folgend,
in einem Nebel, aller Farben beraubt …

nur diese Blicke sind noch zu sehen,
häufig rückwärts gewandt
und diese eine Traurigkeit tragend …

DD

Heimat

Heimat … ein Wort, welches sofort viel mehr in uns freisetzt, als nur die Definition, dass es sich hierbei um eine Verbindung zwischen Mensch und Raum handelt.

Zurück zur Heimat oder hin zu ihr?
Wer mag sie, wer verleugnet sie und warum?

Vielleicht ist es der Ort, an dem unser Herz wohnt, vielleicht ist es aber viel, viel mehr…

 

Nicht wo du die Bäume kennst, wo die Bäume dich kennen, ist deine Heimat.

aus Sibirien

 

 

 

An den Ufern des Seins

Am Ende des Weges
Angekommen
Sind wir in unsere Heimat
Zurückgekehrt
Um dem Geist
Die notwendige Ruhe
Zu geben
Wenn er zu Staub
Zerfällt.

Arno Gobbetto

 

 

 

Liebesschatten

Heimat ist die Liebe mir,
Dennoch bin ich heimatlos.
Weil, was sich nennt Liebe hier,
Ist indes ihr Schatten bloß.

Da mein Streben nur verpufft
In einem lauten Lachen,
Will von Rosen schon der Duft
Allein mich glücklich machen.

Solang Heimweh in mir brennt,
Mein Herz den Takt nicht findet.
Selbst die Liebe doch nur trennt,
Sie ein nicht Alles bindet.

HH

 

 

 

 

 

Heimat

Wie oft schon wurde dieses Wort,
verglühend ausgeschüttet
über die, im Marschtritt ziehend

Wie oft schon wurde es benutzt,
beleidigend und tief beschmutzt.

Und doch ist es uns Heimlichkeit,
die Heimstatt unserer Ahnen,
wichtiger als all das Warnen.

Heimat, große stolze Heimat,
in Dir bin ich geboren.
Kannst Du mich gut hören?

Niemals werde ich es tun,
zuzulassen, dass so dreist,
andre wollen Dich zerstören.

RM

 

 

 

 

Heimat

Befreit von der Kette
der Hab und Gier
wanderte der Vagabund seine Tour.
Faszinierend beobachtete er
die Städte, die Dörfer, die Wiese,
die Berge, den Dschungel,
die Menschen, die Tiere.
Müde und erschöpft landete er
in einem gemischten Haufen
von Grün und Müll.
Er wusste schon mal nicht,
wo Nord, wo Süd,
wo Ost und wo West sei.

Er wollte nicht wissen,
wer, wo, was treibe,
wer, wo, was für eine Sprache spreche.
Inmitten die kleine Tiere
und Abfälle der Natur,
unterm breiten Himmel
in ein Stück Erde,
was er benötigte,
legte er sich glücklich
und zufrieden
zum Schlafen hin
Still und leise murmelte
eine Stimme in seine Inneres:
„Meine Heimat.“

Be Zoban

 

 

 

 

 

Wo du die Menschen liebst

Wo du die Menschen liebst
So wie sie sind
Und deine Freunde auf dich warten
Ganz gleich wie lang die Reise wird
Die dich hinausgetrieben hat zur Welt
Wo alles was du jemals fühlen willst zu finden ist
Da tief in dir die Liebe wohnt
Zum Wald
Zum See und zu den sanften Hügeln
Zum Duft der Krume welche dich ernährt
Und wenn dein Körper alt und schwach
Sich sehnt nach Ruhe Stille Licht
In dunkler Erde tief begraben liegt
Und deine Kinder um dich weinen
Erst dann kann deine Seele
Sich zur Unendlichkeit erheben
Denn alles was dir wichtig war
hast du berührt

UH

 

 

 

 

 

 

Meine Suche

Vergangenheit ist jetzt.
Das Licht wird verneint.
Dunkler Schauder
und kein Raum.

Abgekapselt. Alt.

Schwerelos schwer.
Der kontinuierliche Zwang
in Richtung des Bodens.

Kalt.

Jeder Schritt ein Messerschnitt.
Rinnsäle der Freude.
Heimat? gibt es nicht.

Nicht für mich.
Ich bin ohne jägliche Gestalt.

Die Dunkelheit begleitet mich.
Ich wandel durch den Tag zu Jahr.
Stülbt sich über – wird zum Ich.

Pflanze Schmerzen, stifte an.
Nur ab und zu und kurz mal klar.

Heimatlos beteub ich mir,
was ich schleppe, hieve, hebe.

Verschwinde im Gedankenloch
und such die Heimat –
such mein Leben.

Und unerwartet hör ich Stimmen.
Und unerwartet zeigt sich auf.
Im Herz der Dunkelheit ein Glimmen.
Ein Licht, ganz tief, in meinem Bauch.

Und du hast mich gesehen.
Trotz meines Zweifels bleibst du hier.
Ich lass es zu, ich werd nicht gehen.
Du zeigst die Heimat mir, in mir.

Und wieder gehen Jahre.
Verbunden, bin ich nun
schon mehr.

Ich spring in Lichteswellen
und schwimme
die Liebe auf Papier.

Maria Hoffmann

 

 

 

 

Meine Heimat

Wo du bist
Wo alles grün, wechselt sich
Wo kalt und warm, natürlich
Du, wo alles wohnt

Ich bin sprunghaft, kenne keinen Ort, wie meine Heimat, weil Du ständig und stets in Bewegung bleibst, wächst, gedeihst, immer bist Du da.
Kein Warum, keine Kreuzung die teilt, nur Du.
Du bist Ich – in mir – kein Wir oder Viele

Heimat unter meinen Füßen und über mir der Himmel mit seiner Unendlichkeit
Heimat trägt mich – kein Hier
Kein Da, aber Du.

CS

 

 

 

 

 

 

Fragmente

Wäre das Leben
ein Kunstwerk
wer wollte es
vollenden..
beim aufwachsen
an unterschiedlichen
Orten fragmentiert
sich ein Gefühl
für Heimat
verortet sich
ein Gedanke
der sich durch
die Zeiten als
rot blauer Faden
zieht vielleicht auch
in gelb grün beige
die Länge wechselt
mit der Verweildauer
in unseren Genen
liegt die Last
der Vergangenheit
liegt die Lust
in der Gegenwart
dort Zuflucht
zu finden
wo uns eine Heimat
begegnet
dem Platz in uns
an dem wir uns
willkommen fühlen
angenommen..
in uns selbst
angekommen..
dort zu bleiben

Arno Gobbetto

 

 

 

 

 

Heimat

Weiche Worte
Meeresrausch
lassen mich
deine Hand ergreifen
im Fallen der Blätter
auf trautem Weg

Himmelssphäre
sterngespannt
verbindet
mich mit eurem Sehnen
nach Pflugschar und Saatkorn
ohne Grenzen

Rufe klingen
Bruder mein
Schwester du
deine Tränen fließen
die Welt auf den Schultern
sucht ihr mich heim

ba

 

 

 

 

 

 

eine Ecke …

dunkel umwoben
heute die Zypressenallee
und  kälter der Wind,
vielleicht auch stärker …

es sind unsere gleichen Augen,
die wir sehen,
die gleichen Herzen,
deren Pochen wir laut vernehmen …

gleich geblieben ist unser Lachen
und die Wärme unserer Hände,
wie im Traum war es,
all die Träume zu träumen …

Gedanken, flieht!
und verweilt
in der Ecke meines Herzens,
die ich Heimat nenne …

DD

Lauschen

In diesem Monat brauchen wir Eure geschätzte Aufmerksamkeit, denn das Thema des Monats September ist: LAUSCHEN

„Der Schrei der Möwen
Webt weiß über die Wogen hin,
Verwebt des Turmwächters Lauschen
In die reiche Ferne der Meere.“

Minamoto Kanemasa
(lebte und starb im 12. Jahrhundert), japanischer Dichter

 

 

 

 

Kraftquell (neue Fassung)

Regentropfen
fallen wie
Glasmurmeln
zerstäuben
über den
Boden
der warme
Landregen
ist ein Sommer
Segen
in den Wäldern
verdampfen
die Wasserperlen
zu Nebelgeistern
Stille senkt sich
herab
kostbare Momente
zum Innehalten
ich atme den
Duft
des mit Fichtennadeln
und Moos bedeckten
Waldbodens
tief ein
schweigend
lausche ich dieser
Wunderzeit

Arno Gobbetto

 

 

 

Wenn sich die Sedimente legen,
welche sich Tags zuvor im Tanze umkreisten.
Wenn sie sich erneut zur Ruhe legen,
in der sanften Welt der Dunkelheit.

Dann lausche.

Dem ploppen eines Kieselsteines.
Dem surren seines sinkens.
Dem pochen deines Herzens.
Dem schwirren deines denkens.

Während dein Blut seine Bahnen kreist.
Und dein Atem angehalten,
in seinem Fluss unterbrochen.
Bis des Herzens Schläge dich zwingen.

Leicht hektisches streben zur Oberfläche.
Die Arme platschen.
Der erste Atemzug pfeift tief.
Und normalisiert sich.
Findet seinen Takt.

Nur leichtes plätschern.
In der Ferne Stimmen.
Vögel rufen.
Engel singen.

Leise
die Stille geküsst
und endlich
noch immer
ein wenig
verrückt.

Maria Hoffmann

 

 

 

 

 

AUSFLUG

Überfordert von den Empfindungen
und Weitergabe der Weisheiten,
verbündete sich mein Herz
mit dem Ohr,
dem Tor des Wissens,
und vermochte
die Welt melodisch zu entdecken.
Das Krabbeln der Ameisen,
das Gezwitscher der Vögel,
das Rascheln der Blätter,
das Brüllen der Tiere,
das Rumoren der Menschen,
die Stimme der Gewalt der Natur,
ein Chaos der Laute,
die sich Stück für Stück heranpirschten,
überlastete das Netz der Ruhe,
so dass es geräuschlos
in seinen Käfig kroch.
Angekommen daheim
lud es das Ohr ein,
die Welt der Liebe
und Harmonie
mit seinem Gehör zu lauschen.

Be Zoban

 

 
Brot und Rosen

Ich lausche auf die Botschaft,
windhergetragen von fern.
Doch es ist so still, kein Laut.

Fragen im Hoffnungsgrünen
sind mir Mantel und Wegmarke.
Sie lassen mich bergan geh‘n,
wenn es sturmtief weit dunkelt.

Wenn die Sicherheit mich lockt,
eilt der schnelle Tag weiter,
mit einfachen Antworten
und seinen Versprechungen.

Dann, ja dann

Lausche ich auf die Worte,
die mit mir tasten und suchen,
zu teilen das Brot des Lebens

im üppigen RosenRot.

ba

 

 
Weit

Ganz weit,
geh ich hinweg.

Bin lauschend
nicht mehr da.

Einzig mir
mein Lebenszweck,
das hörend Still
und aller Gänze,
still für immer ewig da.

Einzig Herz wird doch zerreissen,
lauschend,ahnend immer da.

Weiter geht des Ahnungs Hymne,
weiter aller Sebstbetrug.
Still lausch ich den Zeitens Lug.
Kurz hinein geboren.

Immer, immer wieder da.

RM

 

 
Mein Lauschen,

Ich kann’s er-lauschen.

Das Summen der Bienen,
wenn
ihr Zuhause suchen.

Ich kann.
Auch,
er/sie/es lauscht der Bienen.

Ich höre Ihre flatternden Flügel.
Und ihr Lauschen, wenn sie…

Fleißige Bienen.
Und ich, kann . Und,
ich lausche
den Mäusen unter den Holzdielen
bei ihrem Vorsorgen – ja,
und den Elstern während
sie zwischen Ast und Ast hastig
ihre Schnäbel mit Beeren füllen – sie stören einander nicht –
auch nicht die anderen kleinen, die Lautesten –
Fliegen & Bienen & mich

Ich lausche.

CS

 

 

 

 

 

Die kleine Kirche

Menschen vergessend
Inmitten Tausender
Allein
Ein Stück Himmel
Lässt atmen
Lächeln
Bleibt Wolken verhangen
Lauf
Flieh
Wie ein Fuchs gejagt von der Meute
Renn um dein kleines leises Leben
Plötzlich
Zwischen Häuserblocks
Wie gewollt eine Kapelle
Die Pforte
Leicht zu öffnen
Spüre
Du betrittst heiligen Boden
Nun ist die Zeit gekommen
Ich verlasse dich
Schreib mich weg aus deiner Welt
Schau
Längst hast du mich vergessen
Was jetzt geschieht gehört nur dir
Staune
Lausche

UH

 

 

 

 


Urzweck

Lausche ich der Liebe nach,
So antwortet die Stille mir :
„Ungeliebt dein Sein liegt brach,
Ist Wahrheit dir der Spiegel hier.

Im Vergessen ruht dein Sein
Und wartet auf ein liebend Wort,
Welches hebt den schweren Stein,
Damit beendet wird der Tort.

Die Illusion der Welt
Wird im Erinnern dir enthüllt.
Wenn dein Blick auf dich noch fällt,
Ist auch dein Selbstzweck hier erfüllt“.

HH

 

 

 

 
lauschen …

schwer ist der Schleier des Wunsches
zu lauschen, in die Nacht versunken,
wie Schönheit auch in etwas weilt,
das zu schwach ist zu entstehen …

als geblendeter, armer Pilger,
der weiterzugehen sich nicht mehr traut,
den Geheimnissen zu lauschen,
einer Geburt bei Vollmondnacht im Mai …

staunend dem Leben lauschend,
wie es wogt, wie es lacht, wie es weint
und wie es vergeht nach Ruhe suchend,
lautlos bei Vollmond, in die Nacht hinein …

DD

 

Warten

 

Warten, auf was?
Auf Glück in der Liebe oder im Spiel, oder auch nur auf bessere Zeiten.
So harrt der Mensch ängstlich, gequält von Gespenstern aus der Vergangenheit, auf eine lichtvolle Zukunft.
Anstatt das Gestern und all seine Hoffnungen fahren zu lassen.
Im Spalt dazwischen findet im Jetzt das Leben statt …

 

 

 

 

Warten ?
Nein.
Ich wartete zu lange.
Zu lange ertrug ich dein Leid,
zu lange das Leid der anderen.

Warten ?
Jetzt fordere ich ein !
Sieh genau hin.
Lass ab von jedweder Täuschung.
Lasse mich nicht mehr blenden.
Kümmere dich -jetzt….

Warten
auf ein Weiter-so ?
Wie bisher ?
Nimmer mehr.
Wachse, strecke dich,
gleich einer stolzen Zypresse gen Himmel.
Bewege dich
befreit…..

Daphne Amiri

 

 

 

 

 

Warten auf das Glück

Mit dem Warten auf das Glück
Hab‘ mein Leben ich versäumt.
Und, blicke ich zurück,
Erscheint Alles mir geträumt.

Am Ende des Weges, jetzt,
Wo mein Horizont zerbricht
Und Freund Hein sich zu mir setzt,
Plötzlich mich das Glück anspricht.

Ewig schon bin ich bei dir,
Ein Ja hätte mir genügt.
Deinem freien Willen hier,
Dem nur hab‘ ich mich gefügt.

HH

 

 

 

 

 

Ich warte auf ein Zeichen…

Du sagst, du weißt nicht,
was du für sie empfindest.
Das glaube ich nicht.

Du sagst, du kannst dich
jetzt nicht entscheiden.
Das glaube ich dir.

Du sagst, dass du noch
etwas für mich hegst,
sprichst nicht von Liebe

Ist das genug?

ba

 

 

 

 

 

wartend…

ein kalter Luftzug
durch die Einsamkeit der Wüste,
reißt die Pflanze aus
und zählt die Blüte

… unpaar …
und dazu ein Ton … laut …

die innere Unruhe
macht uns aber taub
und die Sonnenuhr
zeigt akademisch
weit über viertel nach …

DD

 

 

 

 

Dort an der Ecke,
dort stehe ich.
Seit Jahrgedenken
bin ich dort.
Im alten Mauerschatten.

In dieser Nische
harre ich ..
In Schnee und
tiefster Sonnenglut.

Einzig mir
als letzter Geist,
dein wunderbares
schönes Wort:

„Warte, mein Geliebter!“
So harr ich aus,
ich warte immer.
Hier im schattig Mauerbogen.

RM

 

 

 

 

Wartebank

Die besetzten Parkbänke voller Gram
Biegen nicht durch (von allein)
Egal wie lahmgelegt der Geist 
den sie bewahren
Jede einzelne Latte unterm…
und…
hinterm… Rücken
Starker Trost-Regen

Warum aufstehen
Das Aufsehen… schafft

Lieber verborgen
Vergraben die Sorgen
Aussitzen
Zeit und Bauch hochhalten
Hoffen….
Gottesgnade lacht

Mensch, der du alles hast…
tust nichts außer warten

CS

 

 

 

 

DAS WARTEN

In einer Zeit in der wir
Mehr hoffen als zu tun
Mehr glauben als zu beten
Und reden ohne zu wissen
Da freut sich der Teufel und tanzt
In einer Zeit in der wir
Mehr weinen als zu lachen
Mehr bangen als zu feiern
Und hören ohne zu versteh´n
Da freut sich der Teufel und singt
In einer Zeit in der wir
Mehr versprechen als zu halten
Mehr geben als zu nehmen
Und schauen ohne zu seh´n
Da freut sich der Teufel und grinst
In dieser Zeit in der wir
Uns verkriechen verraten verkaufen verlieren
Und fühlen was die Macht uns befiehlt
Da freut sich der Teufel und wartet
Denn
Die Früchte reifen von selbst

UH

 

 

 

 
Warten
Still steht die Zeit
Inne halten
Jenseits von Zeit und Raum
Verweilen, atmen
Ein Flimmern am Horizont
Luftig vibrieren
Auf samt weicher Haut
Rubinrot erwärmt
Lavaerde, soweit das Auge reicht
Inneres reinigen
Umspült vom Salz des Meeres
Tanzende Wellen
Zeit und Raum gespürt
Ein Schritt weiter
Bis ich
Erneut
Warte
Still steht die Zeit
Inne halte……

Daphne Amiri

 

 

 

 

Deiner harrend

Bin ich in diese Welt geworfen,
Dass wartend ich verzehre mich?
Muss ich selbst noch im Amorphen
Als Ätherklang begehren dich?

Ach, wie viel Zeit seines Lebens
Der Mensch ob deiner Liebe harrt?
Nur bleibt die Müh‘ vergebens,
Solange ihn der Spiegel narrt.

Illusionen aus Ängsten
Erschaffen auf Erden die Pein.
Nicht Gottes Arm ist am längsten,
Der Mensch hält durch Denken sich klein.

So harre geduckt ich im Loch,
Flehe und bet‘ um Erbarmen ;
Nur betäuben will ich mich noch.
Bräucht‘ jedoch mich nur umarmen.

HH

 

 

 

 

Fragen

Ich warte auf dich,
ängstlich und verletzt.
Warte auf dein Wort.
Wirst du mich meinen
oder die andere?
Bist du noch mit mir,
nach all‘ den Jahren
oder schon längst fort?

ba

 

 

 

 

am Ende …

ich weiß aber schon,
nicht das Blau ist frei am Himmel …

mal wieder
schreibt das Unbekannte
das et cetera in meinem Leben
und so kantet sich ab das Runde,
unaufhaltsam,

mit Buchstaben aus Rost
schreibt es langsam
auf getrockneter Rinde,
wie zart
das Edle im Warten
sich mit dem Finden verliert …

DD

Leichtigkeit

 

 

Das leichte Sein

Bedingungslos sich Liebe zeigt,
Der Rest ist nur des Egos Spiel,
Das gründet nicht in Dankbarkeit.

Nur, wenn das Ego in mir schweigt,
Die Seele wieder fliegen will,
Erinnert an die Leichtigkeit.

HH

 

 

 

 

 

Erhebe dich,
wie eine Feder
vom Wind getragen
himmelsfreudig empfangen.

Versiegle deine Lippen
im Einklang
mit dem Herzen
sie fortan
sprechen werden.

Vergraben im Sand
die innere Sicht
mit der Seele
du fortan sehend wird.

Leicht, wie fliegende Fische
den peitschenden Wellen entgegen
Als Meeresschaum du neu geboren wirst….

Daphne Amiri

 

 

 

 

 

Während ich mir die Ohren zuhalte,
höre ich besser nach Innen,
sehe Antworten – auf nicht mehr grünen, doch weiten… gewesen-Wiesen,
vereinzelt ein Gelb das durch zu viel Sonne verschwindet, vertrocknet, zerkrümelt, zurück zum Sand zurück zur Erde.

Während ich die Augen schließe um besser zu sehen,
höre ich Deine Gedanken.
Fragen – und im Nebel der Geduld kein Erwarten.
Sprechen Möwen über Träume?

Du musst nicht groß & stark sein.
Viel besser fliegt es sich leicht.

Sei der Schöpfer deines Seins,
lass Dich nieder und schwebe
wie Federn im Wind.

CS

 

 

 

 

 

Wie oft
Wie oft wohl,
frage ich Dich still,
wie oft wirst Du gefragt?
Wie oft bleibt Dir Dein Wort allein,
ungesprochen, nicht gesagt.
Wie oft hörst Du dem Regen zu,
mitten in der Nacht?
Was hast Du alles durchgemacht?

Wie oft?
Wie oft war alles offen,
doch schnell auch wieder zu.
Wie oft im Bett gewälzt, schlafen ohne Ruh.
Wie oft hörst Du dem Regen zu,
mitten in der Nacht.
Rastlos, denkend immerzu.

Wie oft?
Wie oft betrachtest Du Dein Leben?
Alles fort und doch bei Dir.
Wie oft bist Du Dir einfach Du?
Wie oft?
Wie oft kommt Schicksal über Dich?
Drehend schwirrt die Münze
auf Glas, Kristall, das Du erschufst.

Wie oft noch wirst Du raten,
unruhig mitten in der Nacht?
So laut, ganz still, nach Liebe rufst.

Wie oft?
Wie oft doch kommt ein Engel her,
still und schweigend nimmt er Dich
leicht in seinen Arm.
Wie oft er Dich schon hielt.
Ohne Preis, frei jeder Harm.

Wie oft?

RM

 

 

 

 

Leicht schwebend

Hast du schon mal das Schweben verspürt,
Als die Blicke im Jetzt sich berührt?
Hast der vertrauten Stimme gelauscht
Und warst vom Klang allein schon berauscht?

Bist du in Einheit geschwungen zu zweit,
Kennst du die Dauer vergessener Zeit.

Wie wunderbar die Räume verblassen,
Universen verschmelzen wir lassen.
Und ganz leis‘ hört die Herzen man klagen,
Dass keine Schwingen höher uns tragen.

HH

 

 

 

 

 

LEICHTIGKEIT

So leicht wie heut´ war es noch nie
Den Menschen zu verwirren
Und auch
Ihm vorzuschreiben was er darf und soll
Als Bettvorleger in den guten Stuben
Verhindert Angst den tiefen Schlaf
Und kuschelt sich bis in die Herzen
Auf dass der Tag zum Alptraum wird
Als kleine Pflanze wird sie noch geduldet
Man kennt sich das verbindet tief
Gedüngt von Handlagern der Macht
Gewässert mit Versprechen
gräbt sie sich fest in jeder Ritze
Und wächst heran zum Ungeheuer
Das lähmt und dann gehorchen lässt
Ist denn die Leichtigkeit des Seins tatsächlich unerträglich wie beschrieben?
Ist denn der Mensch zum Knechte nur gebor´n?
Was wäre wenn er Flügel hätte würd´ er sie stutzen gleich am ersten Tag?
Den Strick gar selbst noch gern bezahlen mit dem man ihn zum Schlachter führt?
Die Antwort darauf wird die Zeit uns lehren
Mal sehen was in den Büchern wird geschrieben
Wer wen zu viel gefüttert hat
Und wer am Ende hungern wird

UH

 

 

 

 

Leicht

Immer wieder Wolken über uns,
strotzend dem Gebot der Schwerkraft.
Weiß und machtig sich ertürmend,
manchmal schwarz, grau niederträchtig.

Ziehend über uns in Leichtigkeit

Mir, so Dir, sind die Gedanken.
Liebend innig, in Wolkenwehen weit entfernt.
Leichtigkeiten sind dort entkernt,
wo Frucht uns einsmal war und wird.

Es zieht um uns die Leichtigkeit der Ströme.
Wagend hin zum andren Stern.

Ziehend über uns in ruhigen Schweben
webend Wolken voller Schwerter.
Trotzend aller Dinge, kalt brutal in Schärfe,
wartend nur, das Du denn bist der Werfer.

Der Kampf allein ist nichts,
wenn einzig nur zum Kampf geführt.
Ist er herzbebend ausgeführt, können sich
weißmächtig hohe Wolken bilden.

Ziehend über uns in Leichtigkeit
Und Engel finden neuen Platz.

RM

 

 

 

 

 

Leichtigkeit …

die Leichtigkeit beginnt mit berauschendem Tanz,
im Mondschein kommt die Pupille zum Ohr,
noch grün verliert der Sommer an Substanz
und Traumdüfte trinken die Nächte langsamer…

die Erde hofft verwegen, in getrockneten Krusten
saugen gesäte Samen die Substanz schneller,
die Pupille sieht die Gedanken verspielt, wirft Blicke zu
und die Leichtigkeit endet im carpe diem …

DD

 

 

 

 

Zarte, azurblaue Winde
wehten duftende Rosenblätter
auf seiden blauen Teppichen
und tanzend mit Schamesröte auf den Wangen
schwebte sie
türkisfarben verhüllt
durch Gemächer,
in Windeseile einverleibend.

Daphne Amiri

 

 

 

 

 

Leichter lieben

Vergessen ruht die Leichtigkeit.
Die Form, oh Gott, sie drückt so schwer.
Nur manches Mal, von Zeit zu Zeit
Verliebt sich dieser Körper sehr.

Dann schwebt er fast vor lauter Glück,
Möcht‘ gar sich gern erinnern.
Wie war das noch, denk‘ ich zurück,
Heldenhaft unter Gewinnern?

Das Leichte im Vergessen ruht,
Dass Wissen es nicht finden kann.
Nur, was der Mensch aus Liebe tut,
Erhöht sein Schwingen dann und wann.

HH

Wege

… wie die Wege, stammen wir aus der selben Quelle und wie die Wege, führen uns Raum und Zeit der Quelle zu.
Im ewigen Kreislauf durchwandern wir Leben für Leben auf der Suche nach uns selbst und nach dem, was unsere Seele erbittet …

 

 

 

Wieviel Philosophie sich um die Wege kreist.
Während Wege von uns als gerade
und nach vorne empfunden werden.
Obwohl wir sie nie einhalten können,
wie sehr wir uns dies auch vornehmen.
Ein Weg, ein Ziel, ein unbeschilderte Gabelung.
Und schon hat es sich.
Schon gilt es wieder , sich neu zu orientieren.
Wieder werden sich Wege auftun.
Wie wäre es wohl, wenn alle Wege dieser Wege zusammengefasst würden, gefüllt mit den Ideen
all derer Menschen, die Wege gehen wollen?

RM

 

 

 

 

der Weg …

ein Weg, der viel zu lang ist,
eine ewige Zeit kommt,
dass sie kommt, das wusste ich …

jeder Schritt, das schmerzt,
das Leben, wie eine Kerze,
nur die Nacht ist ohne Wind …

in unerreichbarer Ferne,
da sehe ich dich,
viel zu weit dieser Weg für mich …

DD

 

 

 

 

 

Viele Wege folgen den Bongos, und…

Irgendwann muss man sich von etwas geliebtem trennen –
Irgendwann spielt an beliebten Orten kein Schmeichel-Ton (mehr)
Jedes Gefühl wird irgendwie vergehen.
Irgendwie klettert Moll und Dur von der Leiter.

CS

 

 

 

Alle Wege

Egal wohin der Weg auch führen mag,
Es sind keine Fehler zu bedauern.
Nur stets dem Ego folgen, Tag für Tag,
Läßt die Seel‘ am End‘ das Sein betrauern.

Es führen alle Wege nur ins Nichts,
Weil dort alle Wege sind entsprungen.
Und bricht die Spiegelwelt im Schein des Lichts,
Ist Hoffnung und auch das Leid verklungen.

Alle Wege in die Irre führen
Es gibt kein Wollen oder Müssen.
Deinen Körper, nur die Wärme spüren,
Dir liebkosend Haut und Lippen küssen.

HH

 

 

 

Vertrauen

Im Jetzt
In Luft und Liebe
Fern der Wegmarken
Bin ich.

ba

 

 

 

 

VerWegen

Im Dickicht, im Morast,
in jenem trostlosen Dämmerlicht,
rannte ich rastlos,
mir meiner nicht gewahr
lauschte verWegen den Stimmen,
die sich von solch Untriebigkeiten nährten.

Umgeben
vom Nebel der Verzweiflung,
bar jeder Hoffnung,
den Kräften geraubt,
zog ich im Dickicht umher, verWegene Worte waren meine Begleiter.

Alsdann sah ich die Weite,
in ein Meer von Lichtern getaucht,
und andächtig
wandelte ich,
VerWegenes mir gewahr,
auf blauen Pfaden.

Daphne Amiri

 

 

 

Wegzehrung

Wieviele sind ihn schon gegangen
Den Weg
Von dem so keiner wirklich weiß
Wohin er führt

Mal scheint er breit fast leicht
Dann wieder dunkel eng und kalt

Man sagt der Stein der Weisen
Er läge doch auf jedem Pfad
So wie in jedem Garten
Die Bäume der Erkenntnis steh´n

Doch wer erlangt schon die Erleuchtung
Und hat er sie
Was fängt er Gutes damit an

Ist glücklicher vielleicht der Dumme
Der gar nichts wissen will noch kann
Der Vögeln lauscht und sich dran freut
Dass sie dem Menschen Wohlgefallen
Fragt ihn dann einer nach dem Tod
So lacht er
Was geht mich das an
Er kommt und ich werd´s merken dann

Beneidenswert schon fast die Worte
Für den der Schwermut in sich trägt
Und dem am Ende seiner Zeit
Versäumtes schwerer wiegt als Lust

UH

 

 

 

 

Kein Weg ist fern

alles nur Dreck.
Fort die Gedanken,
in denen die Maden
sich wühlen durch Speck.

Längst nichts mehr da,
um sich drum zu kümmern,
alles gefressen von
hochnoten Würmern.

Rauf nun aus Boot,
das Letzte aufs Deck.
Rein in die Rahen,
am Segel kein Fleck

Hoch sind die Träume,
das Segel ist straff,
weg von der Küste,
dem dunkelen Haff.

Weit nun ins Weltmeer,
weit nur hinaus
dort oben die Lichter,
sie fordern heraus.

Hin zu Gestaden,
die niemand nur kennt,
am hellsten der Stern,
der mit mir verbrennt.

RM

 

 

 

 

Des Lebens Pilgerschaft

Der Pilgerweg der Menschheit
Führt auch durch dunkle Gassen.
Und dann wieder hell und breit
Auf ausgebauten Straßen.

Manchmal, der Weg nur krumm erscheint,
Die Angst ist oft jedoch im Spiel ;
Ist dieser Weg für mich gemeint,
Führt wirklich dieser Weg zum Ziel?

Dabei sind alle Lebenskreise
Eine Fahrt nur auf der Achterbahn.
Je Runde eine neue Reise,
Zugeschnitten auf den Seelenplan.

Des Lebens Bühne ist ein Spiegel nur,
Der die Rolle mit meinem Spiel abgleicht.
Lerne lesen ich und folge der Spur,
Ein göttlicher Mime sein Ziel erreicht.

HH

 

 

 

 

Lebensspur

Wege kommen mir entgegen,
strecken sich vor mir aus,
erwarten mein.
Still halte ich inne,
folge der Libelle
und Akelei.

Aus jedem Schritt wächst der nächste,
zögernd im Schmerz oder
leichten Fußes,
streife ich in Regen und Wind,
auf meiner Lebensspur,
die längst gelegt.

ba

 

 

 

Und so floss ich
träge, brackig mein Wasser,
immerzu im wohlbekannten Bette
auf die gleiche Weise
dieselbe Reise.

Ach, wie beneidete ich den Wind,.
frisch und frei
kam er geschwind,
wühlte es auf,
mein träge fließendes Wasser
und lud mich ein
mit ihm
von dannen zu ziehen.

Und so übergab ich mich dem Wind,
der mich leicht und mühelos aufnahm
bis er sich verfing
an der Spitze eines Berges.

Und dort droben,
die Weite mir so nah,
begann sie,
meine neue Reise,
in sanfter Kühle floss ich weiter,
neue Wege bahnt ich mir.

Daphne Amiri

 

 

 

 

Wege …

ja, über raue Pfade
gelangt man zu den Sternen,
auf Wege
kommend aus dem Nirgendwo …

Wegsteine erzählen,
wie schnell, wie sanft wir gehen,
wie freudevoll unsere Schatten
uns begleiten,
wie einsam unsere Spuren …

in der Sehnsucht gefangen,
nach unseren Wegen,
die Richtung vor unseren Augen
und hinten glimmt das Vergangene …

DD